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Auftragsbestand in der Industrie im September seit Monaten wieder rückläufig
Die deutsche Industrie baut ihre offenen Aufträge allmählich ab: Im September war der Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe 0,9 Prozent niedriger als im August und sank damit erstmals seit mehreren Monaten wieder, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Zuletzt hatten sich die offenen Aufträge immer weiter angestaut, weil die Betriebe wegen Lieferproblemen und einer nach der Corona-Krise starken Nachfrage nicht hinterherkamen.
So wuchs der Auftragsbestand von Mai 2020 bis August 2022 "fast durchgehend" um insgesamt 37,6 Prozent an, wie die Behörde in Wiesbaden mitteilte. Nun kamen - vor allem auch wegen des Ukraine-Kriegs - im September vier Prozent weniger Aufträge hinzu als im August. Trotz des jüngsten Rückgangs sei der Auftragsbestand aber "weiterhin auf einem sehr hohen Niveau" und lag etwa 6,9 Prozent über dem Vorjahresmonat.
Neben den hohen Energiekosten kämpfen die Betriebe beim Abarbeiten der Aufträge auch weiterhin mit knappen Vorprodukten. Nach einer Ifo-Umfrage gaben im September 65,8 Prozent der befragten Industrieunternehmen an, von Engpässen und Problemen bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen betroffen zu sein.
Die Reichweite des Auftragsbestands ging laut Statistik auf 7,7 Monate zurück, nachdem sie seit März konstant bei über acht Monaten gelegen hatte. Die Zahl gibt an, wieviele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten.
Das Kiel Institut für Weltwirtschaft erklärte, das gute Auftragspolster habe dazu beigetragen, dass die Industrieproduktion insgesamt "trotz der deutlichen Produktionsrückgänge in den energieintensiven Industrien und den sinkenden Auftragseingängen in diesem Jahr recht stabil geblieben ist". Der hohe Auftragsbestand bleibe eine "wichtige Stütze für die deutsche Konjunktur" in dem rauen weltwirtschaftlichen Umfeld.
C.Peyronnet--CPN