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Gewerkschaft bereitet größere Streiks in Metall- und Elektrobranche vor
In der deutschen Metall- und Elektroindustrie könnte es noch in diesem Monat zu größeren Streiks kommen. Die IG Metall bereite derzeit "sehr konkret" ein Szenario für 24-stündige Arbeitsniederlegungen ab dem 20. November vor, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Am Dienstag startete die vierte Verhandlungsrunde - bislang haben die Arbeitgeber eine Prämie zum Inflationsausgleich von 3000 Euro angeboten.
Das Angebot einer Einmalzahlung bei einer Laufzeit von 30 Monaten nannte die IG Metall "mickrig". Diese Woche "muss mehr kommen", verlangte sie.
Die Gewerkschaft fordert in dem Tarifkonflikt für die 3,8 Millionen Beschäftigten acht Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. In der vergangenen Woche beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben bundesweit über 200.000 Beschäftigte an Warnstreiks. Das waren laut IG Metall mehr als erwartet. In dieser Woche hat die Gewerkschaft erneut zu Warnstreiks aufgerufen.
Die "enorme" Beteiligung an den Warnstreiks zeige deutlich: "Die IG Metall ist in der Lage, die Gangart zu verschärfen", warnte jüngst IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. Was das heißt, stellte der Verhandlungsführer der IG Metall Mitte, Jörg Köhlinger, klar: "Wenn es kein besseres Angebot geben sollte, sind wir gezwungen, die 24-Stunden-Warnstreik-Phase einzuleiten und den Druck nochmals deutlich zu erhöhen."
Das Streik-Szenario ab 20. November gelte für den Fall, dass in den bis dahin angesetzten zwei Verhandlungsrunden mit den Arbeitgebern weiterhin keine Einigung gelingt, berichtete die "Süddeutsche". Die 24-Stunden-Streiks sollen demnach dann begleitet werden von einer Urabstimmung über einen unbegrenzten Streik in einem oder zwei der Gewerkschaftsbezirke, etwa in Baden-Württemberg, Bayern oder Nordrhein-Westfalen. "Jetzt rasen wir auf einen Konflikt zu", sagte einer der Verhandlungsführer der "SZ".
Die Arbeitgeber verweisen auf die "extrem angespannte Wirtschaftslage". Viele Betriebe seien existenziell bedroht. Sie argumentieren, dass sich in einer langen Laufzeit von 30 Monaten "Spielräume" für tabellenwirksame Lohnerhöhungen ergeben.
Die vierte Runde der Verhandlungen startete am Dienstag in den Tarifgebieten Bayern und Baden-Württemberg. Am Donnerstag folgen die Bezirke Mitte, Küste und Nordrhein-Westfalen; in Sachsen und Sachsen-Anhalt wird am Freitag verhandelt. Die fünfte Runde soll laut "SZ" voraussichtlich vom 14. bis 20. November stattfinden.
Parallel verhandelt die IG Metall auch bei Volkswagen über einen neuen Haustarifvertrag. Dort ist am Mittwoch die zweite Runde geplant.
T.Morelli--CPN