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Studierende müssen immer mehr für WG-Zimmer zahlen
Studierende müssen immer mehr für WG-Zimmer zahlen. Das geht aus einer aktuellen Markterhebung des Moses Mendelssohn Instituts und des Portals WG-Gesucht.de hervor, die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde. Das Deutsche Studentenwerk (DSW) sprach von einer alarmierenden Entwicklung.
Kurz vor dem Start des neuen Wintersemesters betrug die durchschnittliche Monatsmiete für ein WG-Zimmer demnach 435 Euro pro Monat. Dies waren demnach 44 Euro oder 11,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Ausgewertet wurden Wohnangebote in allen 95 deutschen Hochschulstädten mit mindestens 5000 Studierenden.
Die Analyse ergebe, "dass es eine Preiserhöhung in dieser Form bisher nicht gegeben hat", erklärte dazu der geschäftsführende Direktor am Moses Mendelssohn Institut (MMI), Stefan Brauckmann. Bis dahin sei der höchste Anstieg 2019 mit 7,1 Prozent verzeichnet worden. Eingeräumt wurde allerdings auch, dass es während der Corona-Zeit häufig keine Mietsteigerungen gab.
Aktuell gab es demnach den höchsten Anstieg in Erfurt mit plus 21,8 Prozent sowie in Lüneburg mit 18,2 Prozent. Die höchsten Preise gab es jedoch weiterhin in den Metropolen. So stieg der durchschnittliche Mietpreis in München um 12,8 Prozent auf 700 Euro. In Berlin sind es nun 550 Euro nach 495 Euro im Vorjahr. Im Vergleich zu 2013 betrug der Preisanstieg in Berlin demnach sogar 64 Prozent.
"Es ist zudem zu befürchten, dass die Preissteigerungen beim Studentischen Wohnen erst am Anfang stehen", warnte Brauckmann weiter. Viele Abschlagszahlungen für Energie seien noch nicht an das aktuelle und erwartete Preisniveau angepasst. "Hier wird es sicherlich negative Überraschungen bei der Abrechnung geben." Für die jungen Menschen bedeute dies eine erhebliche Zusatzbelastung. Schon jetzt machten die Wohnkosten einen Großteil ihres verfügbaren Budgets aus.
Zwar weist die Analyse darauf hin, dass zumindest für Bafög-Empfängerinnen und Empfänger auch die staatliche Wohnkostenpauschale im Juli von 325 auf 360 Euro angehoben wurde. Dies gleiche jedoch den Preisanstieg nicht aus. An 59 der untersuchten Uni-Standorte liegen die Preise für WG-Zimmer demnach höher als 360 Euro. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass WG-Zimmer auf dem freien Wohnungsmarkt immer noch die günstigste Wohnmöglichkeit seien.
"Die neuen Daten zeigen, wie alarmierend sich die ohnehin seit Jahrzehnten schwierige Lage für die Studierenden auf dem freien Wohnungsmarkt nun zuspitzt", erklärte dazu DSW-Generalsekretär Matthias Anbuhl. Den Studierenden, die vielfach schon durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie massiv belastet worden seien, drohe nun "eine existenzielle soziale Notlage".
Das Studentenwerk mahnte daher dringend eine weitere Bafög-Erhöhung an. Zudem benötige auch das DSW selbst mehr staatliche Unterstützung, um beispielsweise Mietsteigerungen in Wohnheimen begrenzen zu können und auch Essenspreise in den Mensen stabil zu halten.
O.Hansen--CPN