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Preise an den Zapfsäulen mit Ende des Tankrabatts kräftig gestiegen
Mit dem Ende des Tankrabatts sind die Preise an den Zapfsäulen wieder kräftig gestiegen. Nach Angaben des ADAC waren schon am Donnerstagmorgen "deutlich verteuerte" Spritpreise an den Tankstellen zu beobachten. "Angesichts voller Tanks an den Tankstellen, die bis gestern zu niedrigen Steuersätzen befüllt wurden, ist das gegenüber den Verbrauchern in keiner Weise zu rechtfertigen", kritisierte der ADAC. Kritik kam auch vom Tankstellen-Interessenverband.
Die Mineralölkonzerne hätten rund 25 Cent bei E10 und rund zehn Cent beim Diesel "aufgeschlagen", hieß es bereits am Morgen bei dem Automobilclub. Im Tagesverlauf wurde mit starken Schwankungen gerechnet - detaillierte Ergebnisse für Donnerstag wurden daher erst am Freitag erwartet.
Der Steuernachlass auf Kraftstoffe war am Donnerstag zum Monatswechsel ausgelaufen. Der Tankrabatt war neben dem Neun-Euro-Ticket eine von mehreren Entlastungsmaßnahmen der Regierung zur Abfederung der hohen Inflation. Die Energiesteuer inklusive Mehrwertsteuer sank damit für Diesel um 16,7 Cent pro Liter, für Superbenzin um 35,2 Cent pro Liter. Auch das Rabattticket für den Nahverkehr endete am Donnerstag.
Schon in den vergangenen zwei Wochen hatten die Spritpreise allerdings deutlich zugelegt. Der Mittwoch war nach Angaben des ADAC der "teuerste Tag zum Tanken im August". Seit Monatsmitte stiegen die Preise demnach kontinuierlich an und erreichten am Mittwoch "ihren Höhepunkt mit 1,792 Euro für den Liter Super E10 und 2,086 Euro je Liter Diesel".
Für die Preissteigerungen der vergangenen Tage und Wochen gebe es aus Sicht des ADAC in dieser Höhe keine Grundlage – "selbst dann nicht, wenn man Sonderfaktoren herausrechnet wie Transportschwierigkeiten oder Lieferengpässe", kritisierte der Autofahrerclub. Er berichtete zudem von Fällen, in denen Tankstellenbetreiber in den vergangenen Tagen Zapfsäulen gesperrt hätten, um nun zu höheren Preisen abzukassieren. Das sei "besonders unverschämt".
Der Tankstellen-Interessenverband, der die Anliegen von Pächtern und Eigentümern von Tankstellen vertritt, warf den Mineralölkonzernen vor, bereits eingekauften und damit billigeren Kraftstoff nun zu überhöhten Preisen zu verkaufen. Verbandssprecher Herbert Rabl sagte dem SWR, an den Zapfsäulen werde es in den kommenden Wochen einen großen Preiskampf geben.
"Die großen Marken haben den Tankrabatt fast oder ganz draufgehauen - die kleinen Marken ziehen nun nach. Wir erleben ein Tauziehen, wer sich durchsetzt", sagte Rabl.
Kritisch äußerte sich auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). Ein Teil des Tankrabatts sei in den vergangenen drei Monaten "vielleicht auch dazu genutzt worden, Rekordgewinne einzufahren", sagte die vzbv-Mobilitätsexpertin Marion Jungbluth dem RBB. "Das heißt, die Unternehmen hätten jetzt auch die Möglichkeit, den Tankrabatt langsam auslaufen zu lassen und die Spritpreise nicht ganz so krass ansteigen zu lassen." Sie forderte, dass das Bundeskartellamt kontrollieren müsse, wie sich die Spritpreise entwickeln.
A.Zimmermann--CPN