-
Mercedes will weitere Stellen in Deutschland abbauen
-
DGB-Rentenkommission schlägt verpflichtende betriebliche Altersvorsorge vor
-
Gegenpol zu China und USA: Merz wirbt für neue Wirtschaftsallianz mit Japan
-
Indien: Mobilfunkunternehmen Jio legt nach Rekordbörsengang Kurssprung hin
-
Gegenpol zu China und USA: Merz wirbt in Japan für "Allianz für regelgebundenen Handel"
-
Bundesinstitut zur Unterhaltsreform: Finanzlage Alleinerziehender verbessert
-
Chemiekonzern BASF hebt erneut Gewinnerwartung
-
Südkoreas Chip-Hersteller SK Hynix verbucht erneuten Umsatz- und Gewinnrekord
-
Gewinnmarge von Mercedes' Autosparte im dritten Quartal fast halbiert
-
US-Notenbank verkündet Leitzinsentscheidung - Zinspause erwartet
-
Studie: Aufweichung von EU-Verbrenner-Aus könnte tausende Jobs kosten
-
Eurojackpot vom 23. Oktober bleibt ohne Hauptgewinner
-
Bitcoin fällt vor Fed-Entscheidung unter 80.000 Dollar
-
Fed entscheidet am Mittwoch über den US-Leitzins
-
Suche nach Atom-Endlager konzentriert sich auf fünf Prozent der Bundesfläche
-
Rechtsstreit zwischen Künast und Facebook: Karlsruhe wendet sich an EuGH
-
Airbus-Kredit: USA stellen Vereinbarung mit EU in Frage
-
Audi-Auftritt bei Trump löst Debatte über Verantwortung von Konzernchefs aus
-
Frankreichs Regierung ruft zum Blockade-Ende auf - Schüler wollen weiter protestieren
-
Wie Unternehmen stille Leistungsträger besser erkennen und fördern
Gesundheitssystem soll digitaler werden - elektronische Arztüberweisung geplant
Die Bundesregierung will das Gesundheitssystem stärker digitalisieren - ein entsprechendes Gesetz beschloss das Kabinett am Mittwoch. Demnach soll bis zum 1. September 2029 schrittweise die elektronische Arztüberweisung eingeführt werden. Zudem ist ein Ausbau der elektronischen Patientenakte (ePA) und eine bessere Nutzung von Gesundheitsdaten geplant. Krankenkassen begrüßten die Pläne, die Ärzteschaft reagierte hingegen mit Kritik.
Praxen, Krankenhäuser und Apotheken sind seit 1. Oktober 2025 verpflichtet, die ePA zu nutzen. Sie soll nun um verschiedene Anwendungen wie eine digitale Impfübersicht mit einer Erinnerung an bevorstehende Impfungen ergänzt werden. Zudem sollen die Krankenkassen die Akte um weitere Angebote ausbauen dürfen.
Die elektronische Patientenakte sei in der Versorgung angekommen, werde aber viel zu wenig genutzt, sagte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) in Berlin. Dies soll sich ändern: Die Akte solle durch die neuen Anwendungen attraktiver und "ein ständiger Begleiter" werden. Warken sprach von einem "Türöffner" in das Gesundheitssystem.
Über die elektronische Akte sollen Versicherte künftig auch Termine buchen können. Insgesamt will die Bundesregierung damit und den weiteren Änderungen die Voraussetzungen für ein digital gestütztes Primärversorgungssystems schaffen.
Ein Primärversorgungssystem ist eines der großen Vorhaben Warkens: Die Hausärztin oder der Hausarzt soll künftig die erste Anlaufstation bei gesundheitlichen Problemen sein. Ein Facharzt soll erst nach einer hausärztlichen Erstberatung aufgesucht werden können. Ziel ist es, die Zahl der Arztbesuche zu reduzieren und damit Kosten zu sparen. Das Primärsystem soll mit digitalen Elementen wie einer digitalen Terminvermittlung einhergehen.
Die Zukunft des Gesundheitswesens sei "digital und vernetzt", betonte Ministerin Warken. "Die Nutzung digitaler Anwendungen soll sowohl für Leistungserbringer als auch für Versicherte zu einer Selbstverständlichkeit werden." Denn bislang sei das Potenzial der Digitalisierung nicht ausreichend ausgeschöpft worden.
Der GKV-Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen begrüßte das beschlossene Gesetz als "wichtigen Schritt". Besonders positiv bewertete der Verband, "dass nun die ersten Schritte zur Einführung der Primärversorgung unternommen werden".
Das Gesetz öffne "viele neue Türen für eine bessere Steuerung der Versorgung", betonte auch die Vorstandschefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann.
Kritik kommt hingegen vom Verband der Ärztinnen und Ärzte, dem Hartmannbund. "Die Kombination aus umfassender Datennutzung, komplexen digitalen Strukturen und einer zunehmenden Systemsteuerung droht die ärztliche Entscheidungsautonomie auszuhöhlen", erklärte der Verbandsvorsitzende, Klaus Reinhardt. Im parlamentarischen Verfahren müsse "dringend nachgebessert werden".
Mit dem Gesetz "für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen" muss sich als nächstes der Bundestag befassen.
L.K.Baumgartner--CPN