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Nach Commerzbank-Strafanzeige: Justiz lehnt Ermittlungsverfahren gegen Unicredit ab
Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen die italienische Bank Unicredit infolge einer Strafanzeige der Commerzbank abgelehnt. "Zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Straftat" seien nicht festgestellt worden, sagte eine Behördensprecherin am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Der Betriebsrat der Frankfurter Bank hatte im Juni im Zusammenhang mit dem Übernahmestreit mit den Italienern Strafanzeige erstattet.
Nach Angaben des Betriebsratsvorsitzenden Sascha Uebel ging es um den Verdacht der "Marktmanipulation und Irreführung" im Zuge des im Mai unterbreiteten Übernahmeangebots der Unicredit an die Commerzbank. Demnach soll die italienische Bank mit unlauteren Mitteln versucht haben, die Commerzbank-Aktionäre zum Verkauf ihrer Anteile zu bringen. Die Staatsanwaltschaft fand im Zuge eines Prüfverfahrens jedoch keine strafrechtlich relevanten Vorgänge.
Inzwischen hat sich die Unicredit fast die Hälfte der Stimmrechte an der Commerzbank gesichert. Bis zum Ende der Angebotsfrist hätten 17,6 Prozent der Aktionäre ihre Anteile zum Kauf angeboten, erklärte sie am Mittwoch. Zuvor hielten die Italiener nach eigenen Angaben bereits 26,77 Prozent an der Commerzbank plus verschiedene Finanzinstrumente in Höhe von 3,22 Prozent. So komme die Unicredit auf einen Anteil von 47,59 Prozent, was 49,65 Prozent der Stimmrechte entspreche, wie es aus Mailand hieß.
Die Unicredit will das internationale Netzwerk der Commerzbank, das als zu komplex und ineffizient gilt, verkleinern und die Bank wieder stärker auf ihr Deutschlandgeschäft ausrichten. Die Commerzbank-Führung und die Bundesregierung, die zweitgrößter Anteilseigner der Bank ist, lehnen die Übernahme vehement ab.
D.Avraham--CPN