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Ausbau der Infrastruktur als Nato-Ziel: Studie sieht Potenzial für Millionen Jobs
Ob Cybersicherheit oder Brücken, über die auch schwere Militärfahrzeuge rollen können - im Zuge ihrer massiven Ausweitung der Verteidigungsausgaben haben sich die Nato-Länder auch auf mehr Geld für sicherheitsrelevante Infrastruktur verständigt. Dies könnte einer Studie zufolge erhebliche Effekte haben: Zu erwarten seien ein "kräftiger Wachstumsschub" und europaweit die Schaffung von rund 4,4 Millionen Jobs, wie die Beratungsgesellschaft EY-Parthenon und die Deka-Bank am Freitag mitteilten. Allein in Deutschland könnten demnach rund 723.000 Arbeitsplätze entstehen.
Die Nato-Länder hatten sich bei ihrem Gipfel im niederländischen Den Haag im vergangenen Jahr darauf geeinigt, bis 2035 ihre Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufzustocken und weitere 1,5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für sicherheitsrelevante Infrastruktur auszugeben. Dazu zählen strategisch wichtige Straßen, Schienen oder Häfen, aber auch Stromnetze und die Cybersicherheit.
Laut der Studie müssten die europäischen Nato-Länder jährlich 320 Milliarden Euro investieren, um dieses 1,5-Prozent-Zieles zu erreichen. Davon entfalle ein jährlicher Investitionsbedarf von 62 Milliarden Euro allein auf Deutschland. Angestoßen werde damit aber eine noch deutlich größere Produktionswirkung: Jeder investierte Euro führe "zu einem gesamtwirtschaftlichen Impuls von etwa 2,51 Euro", erklärte EY.
Profitieren könnten demnach vor allem Unternehmen aus der Bau- und der Informations- und Kommunikationsbranche, aber auch Logistikunternehmen und die Elektroindustrie. Außerdem entstünden durch die Investitionen rund 4,4 Millionen Arbeitsplätze in Europa, "davon fast 1,8 Millionen direkt in der Infrastrukturindustrie und etwa in gleicher Höhe indirekt bei Zulieferern", heißt es in der Studie.
"Diese Investitionen in die verteidigungsrelevante Infrastruktur werden erhebliche ökonomische Effekte entfalten und den Volkswirtschaften insgesamt zugutekommen, da sie – stärker noch als Rüstungsinvestitionen im engeren Sinne – die Konjunktur kräftig ankurbeln können", erklärte Jan Friedrich Kallmorgen von EY-Parthenon.
Allerdings gibt es der Untersuchung zufolge auch Hürden: Neben klammen öffentlichen Kassen gebe es bereits heute einen Investitionsstau. Nötig seien daher neben einem Einsatz von auch privatem Kapital die richtigen Rahmenbedingungen - wie etwa beschleunigte Genehmigungsverfahren oder eine stärkere europäische Abstimmung bei grenzüberschreitender Infrastruktur.
M.P.Jacobs--CPN