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Früherer Anführer der Baskenorganisation ETA in Frankreich freigesprochen
In Frankreich hat ein Berufungsgericht einen von Spanien gesuchten ehemaligen Anführer der Baskenorganisation ETA freigesprochen. Die Richter in Paris verwarfen am Donnerstag aus Mangel an Beweisen die Anklage gegen den 75 Jahre alten Josu Urrutikoetxea. Ihm war Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen worden. Seine DNA-Spuren waren vor mehr als 20 Jahren in Waffenverstecken der ETA gefunden worden.
Der als "Ternera" bekannte Aktivist hatte während des Verfahrens seine Unschuld beteuert. Urrutikoetxea war einer der Verhandlungsführer der ETA in den Gesprächen mit der spanischen Regierung, die zur Auflösung der Untergrundorganisation führten. Der 75-Jährige steht allerdings in Spanien weiter unter Verdacht, an einem Sprengstoffanschlag auf eine Kaserne beteiligt gewesen zu sein, bei dem elf Menschen getötet wurden. Falls die Staatsanwaltschaft nicht in Berufung geht, wird das Urteil rechtskräftig. Erst dann könnte Frankreich ihn erneut festnehmen und nach Spanien ausliefern.
Die ETA wurde 1959 während der Franco-Diktatur in Spanien gegründet und kämpfte vier Jahrzehnte lang mit Gewalt für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Sie wird für den Tod von mindestens 853 Menschen verantwortlich gemacht. 2011 hatte die ETA das Ende ihres bewaffneten Kampfes verkündet. Im April 2017 gab die Organisation dann nach eigenen Angaben ihre Waffen vollständig ab, im Mai 2018 erklärte sie ihre endgültige Auflösung.
P.Schmidt--CPN