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Paketbombe in Monaco: Justiz geht von Mordversuch an Geschäftsmann mit ukrainischen Wurzeln aus
Nach der Explosion einer Paketbombe in Monaco, bei der ein aus der Ukraine stammender Geschäftsmann schwer verletzt wurde, hat die Staatsanwaltschaft des Fürstentums Ermittlungen wegen Mordversuchs aufgenommen. Es gebe keine Hinweise auf einen Terroranschlag, sagte Staatsanwalt Stéphane Thibault am Dienstag in Monaco. Zur Identität der insgesamt drei Opfer äußerte er sich nicht.
Mehreren Quellen zufolge handelt es sich um den Multimillionär Wadym Jermolajew, einen Unternehmer ukrainischer Herkunft, sowie um dessen Frau und den 13 Jahre alten Sohn des Paares.
Jermolajew hatte sich in der ostukrainischen Stadt Dnipro als skrupelloser Immobilienunternehmer einen Namen gemacht. Der Geschäftsmann, der die ukrainische Staatsbürgerschaft schon vor Jahren abgegeben hat, zählte jahrelang zu den 100 reichsten Menschen in der Ukraine.
In der Ukraine zählt Jermolajew zum sogenannten "Monaco-Batallion", einer Gruppe von Geschäftsleuten und früheren Oligarchen, die sich nach Beginn des Kriegs gegen Russland an der Mittelmeerküste niedergelassen haben.
Durch die Explosion wurde er schwer verletzt, die Frau schwebe weiter in Lebensgefahr, der Mann aber nicht mehr, sagte der Staatsanwalt. Sie wurden nach Nizza in Frankreich ins Krankenhaus gebracht. Der Jugendliche sei in der Nacht operiert worden.
An der Suche nach dem Täter seien auch französische Sicherheitskräfte beteiligt, sagte Thibault. Nach ersten Ermittlungen handle es sich um einen Einzeltäter, der ein Paket im Eingang des Wohnhauses abgelegt habe. Kurz nachdem die drei Bewohner dort angekommen seien, sei ein Sprengsatz gegen 21.00 Uhr am Abend detoniert. Nach Angaben des monegassischen Regierungschefs Christophe Mirmand enthielt der Sprengsatz Schrauben und Schrotkugeln.
Es gebe zwei weitere Verletzte, die von Splittern durch berstende Schaufensterscheiben getroffen worden seien, sagte der Staatsanwalt. Der Täter sei zu Fuß über die Grenze nach Frankreich entkommen.
Sicherheitskräfte aus beiden Ländern fahnden seit Montagabend nach dem Mann, unter anderem mit Hubschraubern. Eine Eliteeinheit ist nach französischen Angaben einsatzbereit. Auch die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft habe ihre Dienste angeboten, sagte Thibault. Es werde geprüft, ob diese benötigt würden.
Jermolajew hat eine bewegte Vergangenheit: 2017 gab er die ukrainische Staatsangehörigkeit zugunsten der zypriotischen auf - unter anderem aus steuerlichen Gründen, wie er sagte. Weil er auf der von Russland besetzten Krim-Halbinsel Geschäfte mit Spirituosen machte und an Russland Steuern zahlte, wurde er 2023 von der ukrainischen Regierung mit Sanktionen belegt.
2024 bestritt er in einem Interview die Vorwürfe und erklärte, dass er zwei Millionen Euro zur Unterstützung der ukrainischen Verteidigung gespendet habe.
Die monegassische Staatsanwaltschaft bestätigte, dass das Opfer seit mindestens 2021 einen Wohnsitz in Monaco habe und dass er von keiner ausländischen Behörde gesucht werde.
Fürst Albert II. bezeichnete den Vorfall als "abscheuliches Verbrechen" und "Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft". Der Staatsminister und Regierungschef des Fürstentums, Christophe Mirmand, erklärte, dass es das erste Mal sei, dass eine solche Tat im Fürstentum verübt wurde.
P.Schmidt--CPN