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Frankreichs Parlament verabschiedet Werbeverbot für Wegwerfmode
In Frankreich soll Werbung für Wegwerf-Mode künftig verboten sein. Das Parlament verabschiedete am Montag endgültig einen entsprechenden Gesetzesvorschlag, der sich allerdings noch an europäischem Recht stoßen könnte. Die linke Opposition hatte den Gesetzesvorschlag kritisiert, weil er ihrer Ansicht nach zu sehr abgeschwächt worden war.
Unklar ist, ob sich ein Werbeverbot für eine bestimmte Industrie mit europäischem Recht vereinbaren lässt. Die Regierung hatte während der Debatte darauf verwiesen, dass Werbeverbote auch für Zigaretten und Alkohol möglich seien.
Das Gesetz sieht außerdem Strafzahlungen vor, wenn die Anbieter zu viele Produkte so billig anbieten, dass sich eine Reparatur nicht lohnt. Die Schwellenwerte sollen allerdings erst später per Dekret festgelegt werden.
Zudem werden die Unternehmen verpflichtet, auf ihren Websites entsprechende Hinweise anzuzeigen, um die Kunden zu "Genügsamkeit, Wiederverwertung und Reparatur" zu mahnen. Ähnliche Hinweise gibt es bereits bei der Werbung für Fastfood in Frankreich, wo Konsumenten gemahnt werden, Gemüse zu essen und Sport zu treiben. Der Erfolg dieser Moralbotschaften ist allerdings kaum messbar.
Die Regierung hat vor allem die asiatischen Onlinehändler Shein, Temu und AliExpress im Visier und will zugleich europäische und französische Anbieter wie Zara und Kiabi ausnehmen. Abgeordnete des links-grünen Lagers sowie Verbraucherschutzorganisationen kritisierten diesen Ansatz und warfen der Regierung vor, "dem Druck der Lobby nachgegeben" zu haben. Unternehmen wie Zara, H&M und Primark seien "schließlich auch keine Vorbilder mit Blick auf nachhaltige Mode", betonte der Grünen-Abgeordnete Charles Fournier.
Nach offiziellen Angaben werden jährlich 600.000 Tonnen Textilien in Frankreich weggeworfen. Dabei verursacht die Textilindustrie etwa zehn Prozent des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen.
Der französische Markt wird nach einem parlamentarischen Bericht jährlich mit 3,3 Milliarden Kleidungsstücken überschwemmt, eine Milliarde mehr als noch vor zehn Jahren. Im Schnitt kommen auf jeden Einwohner jährlich 48 neue Kleidungsstücke. Dies führt dazu, dass Kleidung immer schneller weggeworfen wird - in zwei Dritteln der Fälle wären die Sachen jedoch noch brauchbar.
Die Berichterstatter beschreiben dies als "emotionale Obsolenz": Die Sachen werden nur deshalb weggeworfen, weil sie ihren Besitzerinnen und Besitzern nicht mehr gefallen.
Y.Jeong--CPN