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Vier von fünf Banken haben Negativzinsen für Privatkunden wieder abgeschafft
Der Gang zur Sparkasse lohnt sich wieder: Seit der Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) haben laut einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox vier von fünf Banken die Negativzinsen für Privatkunden abgeschafft. "Die Ära der Negativzinsen ist so gut wie beendet", erklärte Verivox am Donnerstag. Noch vor knapp vier Wochen verlangten demnach 424 Banken Verwahrentgelte von ihren Kunden - nun sind es noch 79.
"Die große Mehrheit der Banken hat nach der Zinserhöhung schnell reagiert und ihre Negativzinsen abgeschafft", erklärte der Geschäftsführer von Verivox Finanzvergleich, Oliver Maier. Dies sei nach dem Zinsentscheid der EZB folgerichtig. "Da sie selbst nun keine Strafzinsen mehr bezahlen müssen, entfällt für die Banken auch die Grundlage, die eigenen Sparer noch länger mit Negativzinsen zu belasten". Für die Erhebung verglich Verivox die Konditionen von rund 1300 Banken und Sparkassen.
Durch die steigenden Zinsen werde auch das Geschäft mit Tages- und Festgeldkonten wieder attraktiv, erklärte Maier weiter. So gebe es aktuell Angebote für Tagesgeldkonten mit einem garantierten Zinssatz von 0,5 Prozent für sechs Monate. Beim Festgeld biete eine Bank beispielsweise Zinsen von 1,75 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren.
Noch Anfang April waren bei deutschen Banken maximal 0,41 Prozent Zinsen drin. Die angebotenen Zinssätze seien somit um mehr als das Vierfache gestiegen.
Wer Geld im europäischen Ausland anlegt, kann laut Verivox von noch höheren Zinssätzen profitieren: Bis zu 2,3 Prozent können sich Anleger demnach sichern. In der EU sind Guthaben bis 100.000 Euro über das Einlagensicherungssystem geschützt.
Die gestiegenen Zinssätze können die hohe Inflation bei weitem nicht ausgleichen. "Aufgrund der hohen Teuerungsrate verliert das Ersparte auf dem Tages- oder Festgeldkonto kontinuierlich an Wert", erklärte Maier weiter. Dennoch sollten sich Sparerinnen und Sparer die Erträge nicht entgehen lassen.
H.Cho--CPN