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Schiffsverfolgungsdienste: Acht Schiffe durchqueren Straße von Hormus
Nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens für ein Ende des Iran-Krieges haben am Donnerstag nach Angaben von Schiffsverfolgungsdiensten bereits mehrere Frachtschiffe die Straße von Hormus passiert. Bis 16.30 Uhr hätten acht Frachter den Golf durch die Meerenge verlassen, teilte die Datenfirma Kpler mit. Unter den Schiffen befand sich ein französischer LNG-Tanker. Der Verband Deutscher Reeder erklärte, nicht mit der unmittelbaren Rückkehr zum normalen Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zu rechnen.
Unter anderem passierten drei saudiarabische Öltanker die Meerenge, die jeweils zwei Millionen Barrel Erdöl aus Saudi-Arabien transportierten, wie Kpler mitteilte. Die Zahl der Durchfahrten entsprach mit acht in etwa dem durchschnittlichen täglichen Verkehrsaufkommen der vergangenen Woche. Damit lag sie weiterhin deutlich unter den 120 Durchfahrten pro Tag, die vor Ausbruch des Krieges verzeichnet wurden, wie das Magazin "Lloyd’s List", das über Schifffahrt und Seehandel berichtet, meldete.
Nach Positionsangaben auf der Website MarineTraffic war unter den Frachtern auch das unter französischer Flagge fahrende, mit Flüssigerdgas (LNG) beladene Schiff "Mraikh". Der Frachter gehört zur französischen Tochtergesellschaft des norwegischen Unternehmens Knutsen OAS Shipping und hat Kpler zufolge 76.535 Tonnen in Katar geladen. Diese sollen demnach nach Pakistan transportiert werden.
Seit Kriegsbeginn am 28. Februar haben laut Kpler insgesamt nur 15 LNG-Transportschiffe den Persischen Golf mit einer Ladung verlassen. Alle hatten LNG aus Katar oder den Emiraten an Bord.
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) sprach derweil von einem "wichtigen ersten Schritt", erklärte jedoch auch: "Eine sofortige Rückkehr zum regulären Betrieb ist derzeit nicht zu erwarten." Entscheidend werde nun sein, "dass Risiken für die Schifffahrt, insbesondere mögliche Minengefahren, in den kommenden Wochen beseitigt werden und die Sicherheit von Seeleuten und Schiffen dauerhaft gewährleistet ist", erklärte VDR-Hauptgeschäftsführer Martin Kröger.
Dem Verband zufolge können die zahlreichen, im Persischen Golf verbliebenen Handelsschiffe zudem nicht alle gleichzeitig die Region verlassen. Es brauche eine enge internationale Abstimmung, um die "schrittweise und sichere Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs" zu organisieren. Dem Verband zufolge sitzen derzeit rund 45 Schiffe deutscher Unternehmen in der Region fest.
Am Mittwochabend hatten die Präsidenten des Iran und der USA, Massud Peseschkian und Donald Trump, separat ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs unterzeichnet, den die USA und Israel Ende Februar mit Angriffen auf den Iran begonnen hatten. In einer 60-tägigen Verhandlungsperiode sollen nun schwierige Fragen für das endgültige Friedensabkommen geklärt werden.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf bekräftigte am Mittwochabend in einem Interview im Staatsfernsehen seinen Willen, in dem endgültigen Abkommen Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus festzuschreiben. Sein Land werde "nicht zu den Vorkriegsbedingungen zurückkehren", sagte Ghalibaf.
"Für die Schifffahrt bleibt entscheidend, dass die freie und ungehinderte Passage durch die Straße von Hormus dauerhaft wiederhergestellt wird", erklärte der VDR. Der Verband hatte schon in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass die Straße von Hormus eine internationale Wasserstraße sei und das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen dort die "freie und ungehinderte Transitdurchfahrt" garantiere. Das müsse auch "künftig uneingeschränkt gelten".
Durch die Meerenge werden normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten gehandelten Erdöls und Flüssigerdgases (LNG) transportiert. Nach der weitgehenden Blockade durch den Iran waren die Ölpreise stark gestiegen. Die Nachricht von der Unterzeichnung des Rahmenabkommens führte am Donnerstag zu Erleichterung an den Ölmärkten. Abends notierte der Preis deutlich unter 80 Dollar (fast 70 Euro) pro Barrel.
P.Petrenko--CPN