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Amazon-Gründer Bezos möchte umweltbelastende Industrien ins All schicken
Amazon-Gründer Jeff Bezos träumt davon, die Erde in das vorindustrielle Zeitalter zurückzuversetzen - umweltbelastende Industrien müssten dafür ins Weltall umsiedeln. "Wenn die Raumfahrt zuverlässig und kostengünstig genug wird und wir unsere Rohstoffe von Asteroiden und erdnahen Objekten sowie dem Mond beziehen können, dann lässt sich dieser Gartenplanet wieder in seinen Zustand vor der industriellen Revolution zurückversetzen", sagte Bezos am Mittwoch auf der Messe Vivatech in Paris.
"Unsere langfristige Vision, unser Traum, ist es, dass alle umweltbelastenden Industrien weit entfernt von der Erde angesiedelt werden können", führte er aus. Bezos ist einer der Gründer des Raumfahrtunternehmens Blue Origin. Die Leitung von Amazon hatte er 2021 abgegeben.
Die Umweltzerstörung ist laut Bezos "das Einzige, worin die Welt heute schlechter dasteht als vor 500 Jahren". Alles andere sei heute besser. Er nannte Analphabetismus, Kindersterblichkeit und Armut.
Nächstes Ziel von Blue Origin sei der Mond: "Dieses Mal fliegen wir zum Mond, um dort zu bleiben", sagte Bezos. In den Kratern in der Nähe der Mondpole, die ständig im Dunkeln liegen, gebe es Kaltwasser. "Und dieses kann durch Elektrolyse in flüssigen Sauerstoff und flüssigen Wasserstoff umgewandelt werden." Eines Tages, in nicht allzu ferner Zukunft, "werden wir vor Ort gefundene Rohstoffe nutzen können, um unsere Mondlandefähre mit Treibstoff zu betanken".
Auf der Erde eröffne die Künstliche Intelligenz (KI) ungeahnte Möglichkeiten, sagte der US-Unternehmer weiter. Ängste, der Einsatz von KI werde Arbeitsplätze vernichten, wies Bezos zurück: "Ich glaube, dass die KI tatsächlich zu einem Arbeitskräftemangel führen wird, weil sie es den Menschen ermöglichen wird, noch mehr Probleme zu erkennen, die wir haben, und eine unendliche Vielfalt an Dingen zu erfinden." Der Mensch sei nicht durch seine Vorstellungskraft begrenzt, "sondern dadurch, was wir in der Realität tun können".
T.Morelli--CPN