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Vollsperrung der Bonner Autobahnbrücke Bonn: Schnieder kündigt rasche Prüfung an
Nach der Vollsperrung der Autobahnbrücke über den Rhein in Bonn hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) eine rasche Prüfung angekündigt. Er werde einen Lenkungskreis einberufen und alle Beteiligten an einen Tisch holen, "damit wir ohne Zeitverzug zur best- und schnellstmöglichen Lösung kommen", erklärte Schnieder am Donnerstag. Die Bonner Nordbrücke sei eine "Lebensader für die gesamte Region".
Der Bund ist für die Autobahnen zuständig - die Autobahn GmbH hatte die Friedrich-Ebert-Brücke am Mittwochnachmittag kurzfristig und bis auf Weiteres voll gesperrt. Grund sind laut Unternehmen strukturelle Schäden am Tragwerk der Vorlandbrücke am linken Rheinufer, die eine "unverzügliche Sicherung" erforderlich machten.
"Wir werden jetzt so schnell wie möglich klären, welche Belastung die Brücke noch aushält und wie das weitere Vorgehen sein kann", erklärte Schnieder. Er will sich am Freitagnachmittag selbst ein Bild von der Lage vor Ort machen.
Die 1967 errichtete Brücke ist Teil der Autobahn 565 und laut ADAC die wichtigste Ost-West-Verbindung für die Region Bonn/Rhein-Sieg. Täglich fahren 120.000 Fahrzeuge darüber.
Auch weitere Abschnitte der A565 zwischen dem Autobahnkreuz Bonn-Nord und dem Autobahndreieck Bonn-Nordost sind gesperrt. So sind in Fahrtrichtung Koblenz keine Überfahrten mehr von der A59 aus Köln und Königswinter auf die A565 möglich, in Gegenrichtung sind im Kreuz Bonn-Nord sämtliche Verbindungen auf die A565 nach Siegburg gesperrt.
Der ADAC erklärte am Mittwoch, die Vollsperrung der Brücke sei eine "Vollkatastrophe für die Region". Autofahrende müssten pro Jahr Umwege von insgesamt 50 Millionen Kilometern in Kauf nehmen, Lkw Umwege von 5,5 Millionen Kilometern. Viele Autofahrende müssten in den Kölner Raum ausweichen und würden dort das "ohnehin schon am Limit laufende Verkehrssystem belasten".
Auch die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg sprach von einer "Katastrophenmeldung". Mit der Brücke werde eine "Lebensader" gekappt, erklärte IHK-Präsident Stefan Hagen. Der Bonner Oberbürgermeister Guido Déus (CDU) berief eine Task Force Nordbrücke ein.
Der ADAC hatte bereits im vergangenen Jahr in einer Modellstudie berechnet, was die Sperrung der Brücke für Folgen hat. Der volkswirtschaftliche Schaden beläuft sich demnach auf mehr als 170 Millionen Euro.
Die Autobahn GmbH hatte die Brücke bereits für Lkw über 7,5 Tonnen gesperrt. Dies habe aber nicht ausgereicht, um weitere Schäden zu verhindern, so das Unternehmen. Das hätten aktuelle Brückenprüfungen ergeben.
IHK-Präsident Hagen forderte die Autobahn GmbH auf, "alle Hebel in Bewegung" zu setzen, um die bislang in den 2030er Jahren geplante neue Rheinquerung "so schnell wie möglich zu bauen". Die Nordbrücke müsse "spätestens jetzt" Chefsache von Bundesverkehrsminister Schnieder werden.
L.K.Baumgartner--CPN