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Commerzbank warnt Aktionäre vor Annahme von Unicredit-Angebot
Vor dem Hintergrund der drohenden Übernahme durch die italienische Unicredit hat die Commerzbank-Spitze die Aktionäre des Kreditinstituts davor gewarnt, ihre Anteilsscheine gegen Unicredit-Wertpapiere einzutauschen. Das Angebot sei gleichermaßen unattraktiv wie riskant, ließen Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp und Aufsichtsratschef Jens Weidmann die Anwesenden der Hauptversammlung am Mittwoch in Wiesbaden wissen. Unter ihnen waren auch zahlreiche Kleinaktionäre.
Wer seine Aktien der italienischen Großbank andiene, werde faktisch zu deren Anteilseigner und müsse folglich auch die internen Probleme der italienischen Bank schultern, sagte Weidmann und verwies in diesem Zusammenhang auf ein erhöhtes "Exposure" gegenüber italienischen Staatsanleihen, eine deutlich höhere Quote an "notleidenden Krediten" sowie ein nach wie vor signifikantes Russlandgeschäft der Unicredit. Die italienische Bank zählt zu den größten ausländischen Finanzinstituten, die noch in Russland tätig sind.
Vorstandschefin Orlopp hob hervor, dass das Angebot der Unicredit einen Versuch darstelle, die Commerzbank zu einem Preis zu übernehmen, der den Wert und "das Potenzial unserer Bank" nicht angemessen widerspiegele. Dennoch sei die Commerzbank offen für Gespräche - vorausgesetzt jedoch, dass es "echte Bereitschaft" dafür gebe, von der Commerzbank aufgezeigte Punkte zu diskutieren, "mit der klaren Absicht, unseren Aktionären eine attraktive Prämie anzubieten". Orlopp bekam wiederholt Applaus von den Anwesenden der Hauptversammlung - von denen einige ihre Ansicht mit commerzbankgelben T-Shirts mit der Aufschrift "We own yellow" (etwa: "Gelb gehört uns") kundtaten.
Die Unicredit, die bereits sei Ende 2024 im großen Stil Anteile an der Commerzbank gekauft hatte und eine Übernahme anstrebt, hatte am 5. Mai den Commerzbank-Aktionären offiziell ein Tauschangebot unterbreitet. Sie bietet den Aktionären einen Umtausch von 0,485 Unicredit-Aktien pro Commerzbank-Papier. Das Angebot besteht bis zum 16. Juni.
Wenige Tage darauf hatte die Commerzbank als Strategie gegen die Übernahme den Abbau von 3000 weiteren Stellen angekündigt, um profitabler zu werden. Vorstand und Aufsichtsrat erklärten, ihre Strategie "Momentum 2030" schaffe mehr Wert als das Vorhaben der Unicredit.
P.Schmidt--CPN