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Bund startet Verkauf seiner Anteile am Energiekonzern Uniper
Gut dreieinhalb Jahre nach der staatlichen Milliarden-Rettung des Energiekonzerns Uniper hat der Bund den Verkauf eines Großteils seiner Unternehmensanteile eingeleitet. Die Bundesregierung schaltete am Dienstag eine entsprechende Verkaufsanzeige in der Printausgabe der "Financial Times", wie ein Sprecher des Bundesfinanziministeriums erklärte. Der Börsenwert von Uniper liegt derzeit bei rund 18 Milliarden Euro.
Derzeit hält der Bund laut Ministerium über 99 Prozent der Anteile an Uniper. Gegenüber der EU-Kommission hatte sich Berlin dazu verpflichtet, seine Beteiligung bis spätestens 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktien zu reduzieren.
Laut der "Süddeutschen Zeitung" ist der aktuelle Börsenwert "mit Vorsicht zu genießen". So könnte der Aktienkurs in dem Moment, da der Bund größere Mengen zum Verkauf anbietet, deutlich sinken - weshalb ein außerbörslicher Verkauf favorisiert werden könnte.
Der Ministeriumssprecher teilte mit, der Bund prüfe neben dem Verkauf über Aktien am Kapitalmarkt auch "außerbörsliche Veräußerungsoptionen". Letzteres scheint die Präferenz des Ministeriums von Lars Klingbeil (SPD) zu sein: Die Anzeige in der "Financial Times" richte sich an mögliche Interessenten für einen außerbörslichen Verkauf, erklärte der Sprecher.
"In der Verkaufsanzeige wird ebenfalls klargestellt, dass der Bund auch nach Abschluss des Privatisierungsprozesses weiterhin 25 Prozent plus eine Aktie an der Uniper halten möchte", ergänzte der Sprecher. Der Staat soll demnach "strategische Anteile" für eine Sperrminorität behalten. Zudem werde die Veräußerung einzelner Geschäftsteile von Uniper ausgeschlossen.
Uniper-Chef Michael Lewis begrüßte die Verkaufspläne. "Uniper freut sich über die heutige Ankündigung des Bundesministeriums der Finanzen. Wir sind nun stabiler, resilienter und strategisch klarer aufgestellt", sagte er der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Er sehe gute Chancen für das Unternehmen. Für Form und Zeitplan des Verkaufsverfahren sei aber der Bund zuständig.
Der Bund hatte Uniper nach dem russischen Überfall auf die Ukraine und der Einstellung der Gaslieferungen aus Russland Ende 2022 mit einer Verstaatlichung und einer Kapitalspritze von 13,5 Milliarden Euro vor der Pleite gerettet. Der Konzern beliefert unter anderem mehr als 1000 Stadtwerke und Industriebetriebe mit Erdgas.
A.Samuel--CPN