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Zehntausende bei Demonstration von rechtsextremem Aktivisten in London - 43 Festnahmen
Unter massiven Sicherheitsvorkehrungen sind am Samstag in London zwei Großkundgebungen abgehalten worden: Zehntausende Menschen nahmen an der Demonstration "Unite the Kingdom" des rechtsextremen Aktivisten Tommy Robinson teil, wie auf Luftaufnahmen britischer Medien zu sehen war. An einer pro-palästinensischen und gegen Rassismus gerichteten Demonstration beteiligten sich nach Angaben eines AFP-Reporters mehrere tausend Menschen. Am Rande der Demonstrationen wurden laut Polizei insgesamt 43 Menschen festgenommen.
Die Metropolitan Police erklärte im Vorfeld, es handele sich um einen ihrer größten Einsätze seit Jahren. Sie kündigte den Einsatz von 4000 Einsatzkräften an, die von Pferden, Hunden, Drohnen, Hubschraubern und Kameras zur Gesichtserkennung unterstützt werden sollten. Es gelte eine "Null-Toleranz-Strategie". Die Kosten für den Einsatz wurden auf 4,5 Millionen Pfund (rund 5,1 Millionen Euro) geschätzt.
Die Polizei hatte für beide Kundgebungen zahlreiche Auflagen hinsichtlich der Routen und Zeitpläne erlassen, um die rivalisierenden Protestzüge voneinander zu trennen. Veranstalter müssen demnach sicherstellen, dass eingeladene Redner keine Gesetze gegen Hassrede verletzen. Andernfalls können sie dafür rechtlich belangt werden - ein Novum bei den Vorgaben.
Vor der Demonstration des einwanderungs- und islamfeindlichen Robinson waren Behördenangaben zufolge elf "ausländische ultrarechte Agitatoren" an der Einreise nach Großbritannien gehindert worden.
Am späten Samstagabend meldete die Polizei insgesamt 43 Festnahmen bei den Protesten. "Vier Beamte wurden angegriffen. Glücklicherweise wurde keiner von ihnen schwer verletzt", teilte die Polizei im Onlinedienst X mit. Sechs weitere Polizisten seien "Opfer von Hassverbrechen" geworden. Die meisten Demonstranten hätten die Veranstaltungsorte am späten Nachmittag verlassen, es habe keine "größeren Zwischenfälle" gegeben.
Eine weitere Herausforderung für die Sicherheitskräfte war das Endspiel des FA Cup zwischen den Fußballmannschaften Manchester City und Chelsea, zu dem am Nachmittag 90.000 Zuschauer ins Londoner Wembley Stadion strömten. Nach Polizeiangaben wurden am Rande des Fußballspiels 22 Menschen festgenommen.
Robinson ist Gründer der aus der Fußball-Hooligan-Szene hervorgegangenen rechtsextremen English Defence League. Der wegen seiner Positionen gegen Einwanderung und den Islam bekannte Rechtsextremist wurde bereits mehrfach verurteilt, unter anderem wegen Störung der öffentlichen Ordnung. 2018 und 2024 saß er zeitweise im Gefängnis.
Premierminister Keir Starmer hatte am Vorabend der Demonstrationen gewarnt: "Jeder, der darauf aus ist, auf unseren Straßen Chaos anzurichten, jemanden einzuschüchtern oder zu bedrohen, muss damit rechnen, die volle Härte des Gesetzes zu spüren zu bekommen."
Starmer steht nach Erfolgen der rechtspopulistischen Partei Reform UK von Nigel Farage bei den Kommunal- und Regionalwahlen innerhalb seiner regierenden Labour-Partei unter massivem Druck und sieht sich mit Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen konfrontiert. Den Organisatoren der rechtsextremen Kundgebung vom Samstag warf Starmer vor, "Hass und Spaltung zu schüren".
Mitte September hatten an einer von Robinson organisierten Großdemo in London bis zu 150.000 Menschen teilgenommen. Im April wurden bei einer pro-palästinensischen Kundgebung in London mehr als 500 Menschen wegen der "Unterstützung einer verbotenen Organisation" festgenommen.
T.Morelli--CPN