-
Prien verzichtet auf geplante Kürzung beim Elterngeld
-
Cousin von Albert II. von Monaco tot - fahrlässige Tötung vermutet
-
Familienministerium will maximalen Elterngeldbezug doch bei 14 Monaten belassen
-
Dänischer Tierschutzminister will sich für Verbot von "Turbo-Hähnchen" einsetzen
-
Hausdrama nach fehlerhafter Zwangsversteigerung: Fall aus Rangsdorf beigelegt
-
Mercedes will weitere Stellen in Deutschland abbauen
-
DGB-Rentenkommission schlägt verpflichtende betriebliche Altersvorsorge vor
-
Gegenpol zu China und USA: Merz wirbt für neue Wirtschaftsallianz mit Japan
-
Indien: Mobilfunkunternehmen Jio legt nach Rekordbörsengang Kurssprung hin
-
Gegenpol zu China und USA: Merz wirbt in Japan für "Allianz für regelgebundenen Handel"
-
Bundesinstitut zur Unterhaltsreform: Finanzlage Alleinerziehender verbessert
-
Chemiekonzern BASF hebt erneut Gewinnerwartung
-
Südkoreas Chip-Hersteller SK Hynix verbucht erneuten Umsatz- und Gewinnrekord
-
Gewinnmarge von Mercedes' Autosparte im dritten Quartal fast halbiert
-
US-Notenbank verkündet Leitzinsentscheidung - Zinspause erwartet
-
GA-ASI und Saab führen fortgeschrittene Flugtests eines luftgestützten Frühwarnsystems (AEW) an unbemannter MQ-9B durch
-
Studie: Aufweichung von EU-Verbrenner-Aus könnte tausende Jobs kosten
-
Eurojackpot vom 23. Oktober bleibt ohne Hauptgewinner
IW warnt vor Rezession und Verlust hunderttausender Jobs durch hohe Gaspreise
Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat vor dem Verlust von hunderttausenden Jobs sowie zweistelligen Inflationsraten durch hohe Gaspreise gewarnt. In einer am Donnerstag veröffentlichten Studie simulierten die Forscher die Folgen für Arbeitsmarkt und Konjunktur, wenn der Gaspreis im dritten Quartal verglichen mit dem zweiten Quartal um 50 Prozent steigt sowie für den Fall, dass er sich verdoppelt.
Grundannahme sind die Folgen des Ukraine-Kriegs, besonders die Energiekrise. Russland hat seitdem seine Rohstofflieferungen drastisch gekürzt, weshalb Importeure teure Alternativen einkaufen müssen, um die Verträge bedienen zu können. Zugleich streben Deutschland und auch die anderen EU-Länder an, ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu reduzieren, was ohnehin mit hohen Kosten verbunden ist.
Das Ergebnis der simulierten Entwicklungen seien "düstere" Aussichten, warnte das IW-Forscherteam. Bei einem Anstieg der Gaspreise um 50 Prozent dürfte die Inflationsrate um 0,9 Prozentpunkte im Jahresdurchschnitt und um 1,3 Prozentpunkte im kommenden Jahr steigen. Bei einer Verdopplung der Gaspreise, was ein derzeit "realistisches" Szenario sei, würde die Inflation um einen Punkt in diesem Jahr und um fast vier Prozentpunkte im nächsten Jahr wachsen.
Zuletzt lag die Inflation im Juli bei 7,5 Prozent, angetrieben durch die hohen Energiepreise, die im Jahresvergleich um über 35 Prozent in die Höhe schnellten. Nahrungsmittel wurden um fast 15 Prozent teurer. Die Inflation wurde zugleich durch staatliche Maßnahmen wie das Neun-Euro-Ticket abgebremst.
Bei einer Verdopplung der Gaspreise könnten den IW-Berechnungen zufolge noch in diesem Jahr 30.000 Menschen ihren Job verlieren. Im kommenden Jahr könnte das bei diesem Szenario schon 307.000 Menschen treffen.
Das IW berechnete auch die Folgen für das Bruttoinlandsprodukt bei einer Verdopplung der Gaspreise im dritten Quartal von Juli bis September: Dann könnte die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr immerhin um 0,2 Prozent schrumpfen und im kommenden Jahr dann um zwei Prozent einbrechen. Das entspricht einem Verlust von 70 Milliarden Euro.
Noch gar nicht mit berücksichtigt in den Berechnungen sind Auswirkungen von Produktionsausfällen bei einem Stopp der Gaslieferungen, gibt das IW zu bedenken. "Das würde zusätzliche hohe Preisschocks in den Wertschöpfungsketten auslösen", erklärte Studienautor Thomas Obst. Viele Experten rechneten derzeit noch mit einem Aufschwung im kommenden Jahr, jedoch: "Es kann aber sein, dass daraus nichts wird."
Auf die Gefahr eines Gasstopps wies am Donnerstag auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hin. Es vermeldete zwar ein neues Allzeithoch an offenen Stellen - die Zahl lag für den Zeitraum von April bis Juni bei 1,93 Millionen. Jedoch bestünden für den Arbeitsmarkt für die nahe Zukunft "gravierende Risiken, zum Beispiel im Hinblick auf einen möglichen Stopp der Gaslieferungen aus Russland".
O.Ignatyev--CPN