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Von wegen Landlust: Forscher sehen keinen neuen Trend zum Umzug aufs Land
In Deutschland gibt es keine neue Landlust. Nach einer am Montag veröffentlichten Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in Bonn zeigen Wanderungsdaten bis 2024 keinen neuen Trend zum Umzug aufs Land.
Ländliche Räume gewinnen demnach nicht grundsätzlich an Attraktivität. Die Wanderungsgewinne kleiner Städte und Gemeinden, also die Differenz von Zuzügen und Fortzügen, erklären sich der Studie zufolge vor allem durch demografische Entwicklungen. Es gebe weniger junge Erwachsene im typischen Umzugsalter – daher ziehen weniger Menschen weg, aber nicht deutlich mehr aufs Land.
Zwar habe sich Wanderungsbilanz ländlicher Räume seit etwa 2013 zulasten der Großstädte verbessert. Dies sei jedoch kein Beleg für eine neue Vorliebe fürs Landleben. Großstädte und städtische Kreise wiesen höhere Wanderungssalden auf als ländliche Regionen und damit deutlich mehr Zuzüge als Fortzüge.
"Die Debatte über eine neue Sehnsucht nach dem Land greift zu kurz", erklärte Thomas Pütz vom BBSR. "Die positiven Wanderungssalden ländlicher Gemeinden lassen sich vor allem durch demografische Entwicklungen sowie Veränderungen auf den Wohnungs- und Arbeitsmärkten erklären – nicht durch einen grundlegenden Wandel der Wohnpräferenzen." Vor allem sei die Zahl junger, besonders mobiler Menschen in ländlichen Regionen zurückgegangen. Dadurch gebe es auch weniger Wegzüge.
Homeoffice erleichtere es Menschen wiederum, weiter entfernt vom Arbeitsort zu wohnen. Solche Beschäftigte sehen die Forscherinnen und Forscher daher als neue Zielgruppe für Regionen abseits von wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Zentren.
Das Forschungsinstitut empirica wertete im Auftrag des BBSR Wanderungsdaten aus und befragte rund tausend Menschen, die seit 2019 in neun ländliche Gemeinden gezogen waren. Von den Befragten kamen 23 Prozent direkt aus einer Großstadt, ein Drittel zog innerhalb der eigenen Region um. Weitere 16 Prozent waren Rückkehrer, die in ihre Heimatregion zurückzogen.
Wie die Befragung weiter zeigt, ziehen vor allem Familien in ländliche Regionen. Häufig gehe es um den Wunsch nach Wohneigentum und mehr Wohnfläche. Als wichtigste Gründe für den Umzug nannten die Befragten Ruhe, Natur, ein gesundes Wohnumfeld und ein höheres Sicherheitsgefühl.
Y.Uduike--CPN