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Luftverkehrswirtschaft fordert wegen Kerosinmangels Hilfe der Regierung
Angesichts einer drohenden Verknappung der Kerosinversorgung fordert der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) Hilfe von der Bundesregierung. Dazu zählen eine Freigabe der nationalen und europäischen Kerosin-Reserven und weniger Rechte für Flugpassagiere, wie die "Welt am Sonntag" am Freitag berichtete. Der BDL vertritt Fluggesellschaften und Flughäfen.
"Eine Verknappung von Kerosin hätte unweigerlich eingeschränkte Fluganbindungen zur Folge", sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang der Zeitung. "Dies würde der deutschen und europäischen Wirtschaft, die auf gute Verbindungen in die ganze Welt angewiesen ist, erheblichen Schaden zufügen. Auch die Tourismuswirtschaft wäre betroffen." Fluggesellschaften müssten dramatische Auswirkungen auf das Sommerreisegeschäft befürchten.
Folgen der Krise wie kurzfristige Flugstreichungen oder Verspätungen durch Umwege aufgrund von Flugraumsperrungen oder bedingt durch Tankstopps sollten laut BDL in der EU-Passagierrechtsverordnung als "außergewöhnlicher Umstand" anerkannt werden, wie die "Welt am Sonntag" berichtete. In diesem Fall hätten gestrandete Fluggäste keinen Entschädigungsanspruch.
Der Verband legte laut Bericht einen "Sieben-Punkte-Plan" vor. Weitere Forderungen sind demnach eine kurzfristige Zuteilung von Durchleitungsrechten für das Nato-Pipeline-System beziehungsweise das Central Europe Pipeline System, um die Flughäfen Frankfurt, Köln/Bonn, München und Zürich besser mit Kerosin versorgen zu können. Außerdem wolle der BDL eine kurzfristige Zulassung der Kerosinkategorie Jet-A zusätzlich zum EU-Standard Jet-A1. Jet A ist vor allem laut Bericht in den USA gebräuchlich, die Airlines erhoffen sich von der erweiterten Zulassung mehr Importmöglichkeiten aus Übersee.
Die EU-Kommission hatte am Dienstag angesichts der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus vor Kerosin-Engpässen gewarnt. Eine Sprecherin sagte, Raffinerien innerhalb der EU deckten derzeit rund 70 Prozent des Kerosin-Verbrauchs, für den Rest sei die EU von Importen abhängig. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht aktuell keine Knappheiten von Flugzeugtreibstoff in Deutschland: Für den Moment könne sie "Sorgen um Knappheiten nicht bestätigen", sagte sie am Donnerstag.
Der Iran-Krieg hat einen sprunghaften Anstieg des Kerosinpreises ausgelöst, noch stärker als beim Rohöl. Auf allen Kontinenten haben zahlreiche Fluggesellschaften ihre Tarife erhöht und Flüge aus Sicherheits- oder Rentabilitätsgründen ausgesetzt.
Y.Uduike--CPN