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Zahl neuer Ausbildungsverträge 2025 erneut rückläufig
In Deutschland haben im vergangenen Jahr erneut weniger Auszubildende als im Vorjahr eine duale Berufsausbildung begonnen. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, wurden 2025 nach vorläufigen Ergebnissen 461.800 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, das waren 13.300 (2,8 Prozent) weniger als 2024.
Damit habe sich 2025 der "leichte Rückgang der Neuabschlüsse aus dem Jahr 2024" fortgesetzt, erklärte das Statistikamt. Damals war die Zahl neu abgeschlossener Ausbildungsverträge um 1,0 Prozent gesunken. In den Jahren 2021 (plus 0,6 Prozent), 2022 (plus 0,8 Prozent) und 2023 (plus 2,1 Prozent) hatte es hingegen noch Zuwächse gegeben.
Von der Statistik erfasst werden Azubis mit Neuvertrag, die sich zum 31. Dezember in Ausbildung befanden. Dabei zeigte sich laut Statistik, dass 2025 deutlich mehr Männer eine duale Berufsausbildung begannen: Sie machten 64 Prozent aus, Frauen hingegen lediglich 36 Prozent.
Auch die Gesamtzahl der Azubis über alle Ausbildungsjahrgänge hinweg war im vergangenen Jahr leicht rückläufig. Sie sank laut Statistik zum Jahresende um 0,8 Prozent auf rund 1,208 Millionen. Dominierende Bereiche sind dabei Industrie und Handel mit gut 677.000 Auszubildenden sowie das Handwerk mit knapp 343.000 Azubis, gefolgt von den freien Berufen mit rund 113.000 Lehrlingen.
Die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, Bettina Kohlrausch, bezeichnete den Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im dualen System als "besorgniserregend, weil er zeigt, dass ein wichtiger Integrationsmotor des deutschen Ausbildungs- und Arbeitsmarktes ins Stottern gerät". Während die Nachfrage steige, sinke das Angebot.
"Schon jetzt bleiben viele Jugendliche ohne Ausbildungsplatz", kritisierte Kohlrausch. "Es braucht daher dringend eine Weiterentwicklung der Ausbildungsplatzgarantie, die wirklich jedem Jugendlichen einen individuellen Rechtsanspruch auf einen Ausbildungsplatz ermöglicht", forderte sie.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) wies hingegen darauf hin, dass es auch einen Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern gebe. Zudem wirke sich die angespannte wirtschaftliche Lage "dämpfend auf die Besetzung von Ausbildungsplätzen aus", erklärte DIHK-Ausbildungsexperte Nico Schönefeldt.
Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden demografischen Wandels bleibe die Fachkräftesicherung eine "zentrale Herausforderung", führte Schönefeldt aus. Entscheidend sei, "alle Potenziale konsequent zu erschließen und junge Menschen gezielt mit Ausbildungsbetrieben zusammenzubringen". Eine systematische, praxisnahe Berufsorientierung sowie frühzeitige Praktika könnten dazu beitragen, "mehr junge Menschen für die duale Ausbildung zu gewinnen und ihnen einen erfolgreichen Übergang ins Berufsleben zu ermöglichen".
A.Samuel--CPN