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Venezuelas Übergangspräsidentin kündigt Lohnerhöhung an
Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat eine Erhöhung der durch jahrelange Inflation und wirtschaftlichen Zusammenbruch ausgehöhlten Löhne in dem südamerikanischen Land angekündigt. Die "verantwortungsvolle" Erhöhung der Löhne werde am 1. Mai umgesetzt werden, sagte Rodríguez am Mittwoch (Ortszeit) in einer Fernsehansprache, ohne weitere Details zu nennen. Wirtschaftliche "Fehler" der Vergangenheit müssten "korrigiert" werden, fügte sie hinzu.
Der derzeitige gesetzliche Mindestlohn in Venezuela entspricht 23 Cent pro Stunde, bei einer jährlichen Inflationsrate von über 600 Prozent. Für gewöhnliche Venezolaner können sich die Monatslöhne mit staatlichen Boni auf bis zu 150 Dollar (rund 129 Euro) summieren. Das reicht jedoch kaum aus, um den Grundbedarf einer Familie an Lebensmitteln zu decken, der auf 645 Dollar geschätzt wird.
Gewerkschaften und Arbeitnehmer klagen über "Armutslöhne", die seit Jahren nicht gestiegen sind. Mehrere Gruppen haben für Donnerstag zu einer Demonstration in Caracas aufgerufen, um ihre Forderungen zu bekräftigen.
Rodríguez war nach der Gefangennahme des linksgerichteten Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte Anfang Januar zur Interims-Staatschefin ernannt worden. Davor war sie Maduros Stellvertreterin.
Unter Rodríguez hatten sich die Beziehungen zwischen den USA und Venezuela in den vergangenen Monaten verbessert. US-Präsident Donald Trump lobte sie seit dem Machtwechsel als "fantastisch". Als Zeichen der Annäherung öffnete die US-Botschaft in Caracas nach rund siebenjähriger Schließung wieder. Zudem lockerten die USA ihre Sanktionen gegen das Land und hoben die Sanktionen gegen Rodríguez auf.
D.Goldberg--CPN