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Energiepreisschock: Inflation legt im März voraussichtlich deutlich zu
Getrieben von stark gestiegenen Energiepreisen hat die Inflation in Deutschland im März nach ersten Daten deutlich angezogen. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in einer ersten Schätzung mitteilte. Im Februar hatte sich die Teuerung noch abgeschwächt und 1,9 Prozent betragen.
Deutlich kletterten den bisherigen Daten zufolge die Energiepreise. Sie legten demnach im März erstmals seit Dezember 2023 zu - um voraussichtlich 7,2 Prozent. Die Kerninflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie betrug der Schätzung nach 2,5 Prozent, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat Februar zogen die Verbraucherpreise im März um 1,1 Prozent an.
Zuletzt hatten sinkende Energiepreise die Inflation gedämpft. Noch im vergangenen Monat waren die Energiepreise laut Statistikamt im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,9 Prozent gesunken. "Der starke Anstieg der Inflation (...) lässt sich alleine durch den sprunghaften Anstieg der Energiepreise erklären", erklärte der Chefvolkswirt der staatlichen KfW-Förderbank, Dirk Schumacher.
Am 28. Februar hatten die USA und Israel mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Seitdem ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Dies ließ die Preise für Öl- und Gas in die Höhe schnellen.
"Solange ein Ende der Kampfhandlungen nicht absehbar ist, dürften die Energiepreise weiter kräftig zulegen", erklärte DZ-Bank-Analyst Christoph Swonke. "Bei einer längerfristigen Krisendauer sind zudem Preissteigerungen bei Transportdienstleistungen und Nahrungsmitteln zu erwarten." Der ING-Analyst Carsten Brzeski warnte, dass, sollten die derzeitigen Spritpreise bis Ende des Jahres in Deutschland auf demselben Niveau bleiben, der "Kaufkraftverlust für die Verbraucher bereits größer als im Jahr 2022" ausfiele.
KfW-Analyst Schumacher verwies zudem auf den "weiterhin hohen Wert der Dienstleistungsinflation", der bei 3,2 Prozent lag. Das sei "in diesem Zusammenhang problematisch, da der Energiepreisschock auf ein Preisumfeld trifft, in dem die zugrundeliegende Inflationsdynamik nach wie vor recht hoch ist", erklärte Schumacher.
M.García--CPN