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"Massenhaft" Fast Fashion: Umweltminister will Hersteller in die Pflicht nehmen
Die Sammlung und Verwertung von Altkleidern wird in Deutschland zunehmend durch die massenhafte Verbreitung sogenannter Fast Fashion erschwert. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) will deshalb die Hersteller stärker in die Pflicht nehmen und legt dafür am Freitag Eckpunkte für ein Textilgesetz vor. "Wer massenhaft Wegwerf-Klamotten bei uns auf den EU-Markt bringt, soll auch für die flächendeckende Sammlung und eine sinnvolle Verwertung bezahlen", erklärte der Minister.
"Fast-Fashion-Kleidung wird nur kurz getragen, aber macht lange Ärger", hob Schneider hervor. "Sie überschwemmt den Markt, lässt Altkleider-Container überquellen und kann kaum Second Hand wiederverwendet oder recycelt werden." Die Altkleidersammlung habe in Deutschland "über Jahrzehnte gut funktioniert", stehe nun aber zunehmend unter Druck, führte der Minister aus. Das Textilgesetz solle daher "für Entlastung" sorgen.
Die neuen Vorgaben sollten dabei "auch für die vielen Billigimporte aus China" gelten, fügte Schneider hinzu. "Je mehr Textilien die Hersteller auf den Markt bringen und je minderwertiger die Ware ist, desto mehr müssen sie beitragen", erläuterte der Minister das Vorhaben, mit dem eine EU-Richtlinie vom vergangenen Herbst umgesetzt werden soll, die bis zum 17. Juni 2027 in nationales Recht umgesetzt werden muss.
Unter die neuen Regeln sollen dem Eckpunktepapier zufolge Bekleidung und Bekleidungszubehör, sowie Heimtextilien wie beispielsweise Bettwäsche und Schuhe fallen. Die Sammlung und Verwertung von Alttextilien soll nach Ministeriumsangaben über sogenannte "Organisationen für Herstellerverantwortung" im Auftrag der Hersteller organisiert werden. Das heißt, dass sich Hersteller an einer solchen Organisation beteiligen müssen. Maßgeblich sei zugleich, "dass bewährte und effiziente Sammelstrukturen beibehalten werden, die im Wesentlichen durch die Kommunen und die karitativen Akteure vorgehalten werden".
"Mit der Herstellerverantwortung helfen wir auch karitativen Akteuren wie der Deutschen Kleiderstiftung, die Kleiderspenden aus ganz Deutschland verwertet und an jene weitergibt, die sie dringend brauchen", erklärte Schneider. "Klar ist für mich: Kommunen und karitative Einrichtungen sollen weiterhin zentrale Akteure bei der Entsorgung von Alttextilien sein, damit sie ihre gesellschaftliche Rolle auch weiter wahrnehmen können."
A.Samuel--CPN