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Warnung von Wohnungsbauwirtschaft und Verbänden: Zu wenig Neubau
In Deutschland werden weiterhin zu wenig neue Wohnungen gebaut. Davor warnte ein breites Bündnis von Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und dem Mieterbund im Rahmen des Wohnungsbautages am Donnerstag in Berlin. Gaspreiskrise und Inflation hatten in den vergangenen Jahren den Neubau massiv ausgebremst - der Iran-Krieg drohe nun, die Erholung der Branche abzuwürgen, erklärte der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB).
"Experten erwarten in diesem Jahr einen Absturz auf unter 200.000 neu gebaute Wohnungen", erklärte das Wohnungsbau-Bündnis. "Das ist nicht einmal die Hälfte der Neubauwohnungen, die es geben müsste." Auf dem Wohnungsmarkt herrsche zugleich Stillstand, denn "wer umzieht, hat verloren. Selbst wer in eine deutlich kleinere Wohnung wechseln will, zahlt drauf."
"Gleichzeitig droht mit dem Beginn des Iran-Konfliktes ein bekanntes Muster", erklärte der ZDB. "Steigende Energiepreise treiben die Inflation, die EZB erhöht die Leitzinsen, Anleiherenditen steigen und mit ihnen die Baukreditzinsen. Was 2022 den abrupten Nachfrageeinbruch ausgelöst hat, droht sich zu wiederholen, bevor die Erholung überhaupt Fahrt aufnimmt."
Die Nachfrage nach Wohnraum steige derweil weiter, erklärte Arnt von Bodelschwingh vom Forschungsinstitut RegioKontext. Es gebe zwar weniger Geburten als Sterbefälle, dennoch werde der Bedarf an Wohnungen nicht sinken. "Wir haben immer kleinere Haushalte. Das heißt: Ihre Zahl wird selbst bei stagnierender Bevölkerung in den kommenden Jahren weiter nach oben gehen. Und damit steigt auch der Bedarf an Wohnraum weiter an."
"Es führt kein Weg daran vorbei: Es müssen deutlich mehr neue Wohnungen gebaut werden", führte der Experte aus. Mieterbund und Bauwirtschaft fordern von der Politik deshalb vor allem einen Fokus auf weniger Vorschriften für den Bau.
Klima- und Umweltschützer kritisieren hingegen, dass stets vor allem der Neubau im Gespräch sei. "Der Fokus auf Neubau und Beschleunigung greift zu kurz", erklärten BUND, Deutsche Umwelthilfe, Nabu und weitere in einer gemeinsamen Erklärung. Sie fordern eine Priorisierung von Umbau, Bestandsentwicklung und Nachverdichtung.
M.P.Jacobs--CPN