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EZB lässt Leitzinsen trotz Energiepreisschocks vorerst unverändert
Auch angesichts des Energiepreisschocks durch den Iran-Krieg hält die Europäische Zentralbank (EZB) vorerst weiter an ihrem abwartenden Kurs fest. Die Leitzinssätze bleiben unverändert, wie die Zentralbank am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Zugleich hob die EZB hervor, dass sich der Krieg im Nahen Osten durch höhere Energiepreise erheblich auf die kurzfristige Inflation auswirken könnte.
Einer neuen Projektion der Zentralbank zufolge könnte die Teuerung der Verbraucherpreise im Euroraum in diesem Jahr 2,6 Prozent erreichen. Die mittelfristigen Auswirkungen des Krieges hingen gleichwohl "sowohl von der Intensität und Dauer des Konflikts" ab, als auch davon ab, wie sich die Energiepreise auf die Verbraucherpreise und die Wirtschaft auswirken, erklärte die EZB.
Der EZB-Rat sei gut aufgestellt, um auf die durch den Krieg vergrößerte Unsicherheit reagieren zu können, erklärte die Zentralbank weiter und verwies darauf, dass die Inflation im Euroraum zuletzt nahe des Zwei-Prozent-Ziels lag und sich die Wirtschaft als widerstandsfähig erwiesen habe. Zugleich beobachte die EZB die Lage aufmerksam.
Bereits bei ihren fünf vorangegangenen Zinsentscheidungen im Juli, September, Oktober, Dezember und Anfang Februar hatte die EZB die Zinssätze nicht weiter abgesenkt, die zur Eindämmung der Inflation zuvor erst deutlich angehoben und dann ab Juni 2024 wieder schrittweise abgesenkt worden waren. Mit der Entscheidung des EZB-Rates vom Donnerstag liegt der auch für Sparerinnen und Sparer wichtigen Einlagenzins bei unverändert 2,0 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld von der EZB leihen können, bleibt bei 2,15 Prozent und der Leitzinssatz zur kurzfristigen Beschaffung von Geld, der Spitzenrefinanzierungssatz, bei 2,40 Prozent.
A.Levy--CPN