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Fast 700 Migranten überqueren binnen eines Tages den Ärmelkanal
Fast 700 Migranten haben am Montag in kleinen Booten den Ärmelkanal in Richtung Großbritannien überquert. Das ist die höchste Zahl binnen eines Tages seit Jahresbeginn, wie das britische Verteidigungsministerium am Dienstag erklärte. Offiziellen Angaben zufolge wurden 696 Menschen in 14 Booten bei der gefährlichen Überfahrt über die Meerenge aufgegriffen. Die Menschen, darunter kleine Kinder, wurden Berichten zufolge in Ramsgate in der Region Kent im Südosten Englands an Land gebracht.
Seit Jahresbeginn hat sich die Anzahl der Ankünfte von Migranten in England per Boot demnach auf über 17.000 erhöht. Im Jahr 2021 setzten mehr als 25.800 Menschen auf die Insel über, mindestens 166 Menschen starben oder verschwanden beim Versuch der Überfahrt.
Die hohen Zahlen lassen vermuten, dass ein umstrittenes Abkommen der britischen Regierung ihre Wirkung verfehlt hat: Laut dem Abkommen mit Ruanda können Asylbewerber, die illegal in Großbritannien ankommen, in das ostafrikanische Land abgeschoben werden.
Bisher hat noch keine Abschiebung stattgefunden - ein erster für Juni geplanter Abschiebeflug wurde nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte abgesagt. Dennoch haben beide Kandidaten für die Nachfolge von Boris Johnson, Rishi Sunak und Liz Truss, angekündigt, die umstrittene Politik fortzusetzen.
Großbritannien zahlt jedes Jahr Millionen Euro an Frankreich, damit dieses die Bootsüberfahrten stoppt, etwa durch zusätzliche Patrouillen an der Küste oder den Einsatz von Nachtsichtgeräten. Im Herbst 2021 hatte Innenministerin Priti Patel britischen Medienberichten zufolge damit gedroht, die versprochenen mehr als 60 Millionen Euro nicht zu zahlen, da auf französischer Seite keine Ergebnisse erzielt worden seien.
D.Philippon--CPN