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Iran verübt Vergeltungsangriffe auf Gasanlagen in Golfstaaten - mindestens vier Verletzte
Nach dem US-israelischen Angriff auf eine iranische Anlage im größten Erdgasfeld der Welt hat Teheran am Mittwoch mehrere Golfstaaten mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. In Saudi-Arabien wurden nach Behördenangaben mindestens vier Menschen durch Splitter einer abgefangenen Rakete verletzt. In Katar traf der Iran den wichtigsten Gaskomplex des Landes. Der iranische Präsident Massud Peseschkian warnte nach der Attacke auf Verarbeitungsanlagen am iranischen Gasfeld South Pars vor "unkontrollierbaren Folgen".
Saudi-Arabien wurde nach Behördenangaben vom Iran mit Drohnen und ballistischen Raketen attackiert. Nach dem Abfangen einer Rakete wurden demnach vier Menschen in einem Wohngebiet der Hauptstadt Riad durch herabfallende Raketensplitter verletzt. Splitter seien zudem nahe einer Erdölraffinerie südlich der Hauptstadt zu Boden gegangen. Dem Verteidigungsministerium in Riad zufolge wurde außerdem eine Drohne abgefangen, die sich einer Gasanlage im Osten des Landes näherte.
In Katar brach nach Behördenangaben infolge iranischer Angriffe ein Brand im Industriegebiet Ras Laffan aus, der nach Angaben des katarischen Zivilschutzes wenig später unter Kontrolle gebracht wurde. Der staatliche katarische Öl- und Gas-Konzern QatarEnergy schrieb von "umfangreichen Schäden" an der Anlage in Ras Laffan. Angestellte seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht zu Schaden gekommen.
Das katarische Außenministerium schrieb in einer Erklärung von einem "brutalen iranischen Angriff" und einer "direkten Gefährdung der nationalen Sicherheit". Katar hatte sich zuvor kritisch über den US-israelischen Angriff auf die Anlagen am iranischen Gasfeld South Pars geäußert.
Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten ging die Luftabwehr nach Behördenangaben gegen aus dem Iran kommende Raketen und Drohnen vor. Diese würden derzeit vermutlich abgefangen, erklärte das Verteidigungsministerium.
Zuvor hatte Teheran Vergeltung für den US-israelischen Angriff auf sein wichtigstes Gasfeld angekündigt. Das iranische Militär drohte, "die Quelle der Aggression" hart zu treffen. Es erwäge, "die Kraftstoff-, Energie- und Gasinfrastruktur" der Länder ins Visier zu nehmen, von denen aus die Angriffe gestartet worden seien. Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte eine Liste "legitimer Ziele", unter denen Öl- und Gasanlagen in Saudi-Arabien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind.
Bei dem US-israelischen Angriff waren nach Angaben des staatlichen iranischen Fernsehens am Mittwoch mehrere Geschosse Einrichtungen in der Energie-Sonderwirtschaftszone in der Hafenstadt Asalujeh am Persischen Golf getroffen worden, in der Folge brach ein Brand aus. Die getroffenen Anlagen gehören zum Gasfeld South Pars/North Dome, das sich der Iran mit dem auf der gegenüberliegenden Küste gelegenen Golfemirat Katar teilt. Mit dem aus dem größten Feld der Welt geförderten Gas deckt der Iran rund 70 Prozent des heimischen Gasbedarfs.
X.Cheung--CPN