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Ifo: Politik muss Schrumpfen der Bevölkerung bis 2070 stärker einbeziehen
Die Bevölkerung in Deutschland dürfte in den kommenden Jahrzehnten deutlicher schrumpfen als bislang angenommen - das Ifo-Institut hat die Politik vor diesem Hintergrund am Dienstag dazu gedrängt, diese Entwicklung stärker zu berücksichtigen. Das Forschungsinstitut verwies zudem auf zu erwartende deutliche regionale Unterschiede.
Die Zahlen, auf die das Ifo abzielt, sind nicht neu. Das Statistische Bundesamt hatte im Dezember eine neue sogenannte Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland vorgestellt, die auch neue Daten aus dem Zensus 2022 umfasst. Demnach wird mittlerweile mit einem Rückgang der Bevölkerung bis 2070 um zehn Prozent gerechnet, bei der vorherigen Berechnung war es ein Prozent verglichen mit dem Basisjahr 2021.
Das Ifo analysierte nun die Gründe dafür. Demnach wird mittlerweile bis zum Ende der 2030er Jahre von einer deutlich niedrigeren Geburtenzahl ausgegangen als noch bei der Vorausberechnung, die sich noch auf den Zensus 2011 stützt. Außerdem wird in der neueren Berechnung eine niedrigere Nettozuwanderung erwartet.
"Der verstärkte Rückgang und die Alterung der Bevölkerung müssen schon heute bei politischen Entscheidungen mit Langzeitwirkung, beispielsweise bei Gesundheit und Pflege, berücksichtigt werden", forderte Joachim Ragnitz von der Niederlassung Dresden des Ifo-Instituts. Mit der neuen Entwicklung werde sich nicht nur der Arbeitskräftemangel verschärfen, sondern auch die Rentenversicherung noch stärker unter Druck geraten.
"Bei weniger Menschen brauchen wir weniger Wohnungen, weniger Verkehrsinfrastrukturen und auch weniger Personal im öffentlichen Dienst", ergänzte Ifo-Forscher Robert Lehmann. Gleichzeitig nehme der Anteil der Älteren sehr viel stärker zu, mit Folgen für den Bedarf an Gesundheits- und Pflegeinfrastrukturen. All das müsse berücksichtigt werden.
Dem Institut zufolge gibt es außerdem deutliche regionale Unterschiede: So dürfte in den ostdeutschen Flächenländern die Bevölkerung bis zum Jahr 2070 um rund 22 Prozent gegenüber dem Niveau von 2021 zurückgehen. Bei den westdeutschen Flächenländern insgesamt dürften es neun Prozent sein. Für die Stadtstaaten wird bis 2070 laut Ifo hingegen mit einem leichten Anstieg der Bevölkerung gerechnet.
H.Meyer--CPN