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Autoindustrie warnt vor Arbeitsplatzverlust in Deutschland - und fordert Reformen
Die Lage für die deutsche Automobilindustrie droht sich nach Einschätzung des Branchenverbandes VDA weiter zuzuspitzen. Im vergangenen Jahr bauten laut einer Umfrage des Verbands unter Zulieferern und weiteren mittelständisch geprägten Herstellern rund zwei Drittel (64 Prozent) der Unternehmen Beschäftigung am Standort Deutschland ab. Zudem seien die Investitionsabsichten in Deutschland "weiter schwach", sagte VDA-Chefvolkswirt Manuel Kallweit am Dienstag in Berlin.
72 Prozent der befragten Unternehmen gaben demnach an, "dass sie eigentlich geplante Investitionen in Deutschland verschieben, verlagern oder gar ganz streichen", wie Kallweit bei der Jahrespressekonferenz des Verbands der Automobilindustrie (VDA) ausführte. Ganz anders sehe es in anderen Regionen aus: "Nur drei Prozent unserer Unternehmen wollen ihr Engagement in den USA reduzieren und nur fünf Prozent wollen dies in China tun", sagte Kallweit. Jedes dritte befragte Unternehmen plane hingegen, sein Engagement in der EU zurückzufahren.
Rund jedes zweite Unternehmen (49 Prozent) baue aktuell Beschäftigung in Deutschland ab, beklagte der VDA weiter. Nur fünf Prozent der befragten Unternehmen wollten in Deutschland hingegen Beschäftigung aufbauen; bei 46 Prozent der Unternehmen bleibe die Beschäftigungszahl hierzulande konstant.
Dem Branchenverband zufolge ist diese Entwicklung vor allem auf Wettbewerbsnachteile zurückzuführen, die den hiesigen Standort unattraktiv machen. Es gebe eine "massive Standortkrise", beklagte VDA-Präsidentin Hildegard Müller. Dies bringe Unternehmen und ganz besonders den automobilen Mittelstand unter Druck.
Gründe dafür, dass Investitionen immer häufiger außerhalb Deutschlands getätigt würden, seien "Bürokratie, Energiepreise, Steuerbelastung, langsame Prozesse, fehlende Digitalisierung und eine leider immer auch noch marode Infrastruktur", listete Müller bei der Jahrespressekonferenz auf. Dies seien "keine Faktoren, die zu Investitionen bei uns einladen", fügte sie hinzu.
"Alles, was Wachstum schafft, muss oberste Priorität haben in Brüssel und Berlin", forderte die VDA-Präsidentin. Grundsatz müsse sein: "Weg von Verpflichtungen und Strafen und hin zu marktbasierten Anreizen." Eine mögliche Abschottung des Standorts könne angesichts international verflochtener Lieferketten hingegen zu einem "Bumerang" werden, warnte sie. Dies schade den Interessen der exportorientierten deutschen Automobilindustrie und den Beschäftigten in Deutschland.
Für die Umfrage des Verbands wurden im Januar 124 Unternehmen aus der Zulieferindustrie sowie der mittelständisch geprägten Herstellung von Anhängern, Aufbauten und Bussen befragt.
A.Levy--CPN