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Zehn Prozent für alle: Institut schlägt Modell für Erbschaftsteuer vor
In der Debatte um die Neugestaltung der Erbschaftsteuer gibt es einen neuen Vorschlag von Ökonomen: Das ifo-Institut stellte am Donnerstag ein "Flat-Tax"-Modell vor. Der Vorschlag sieht einen niedrigen Steuersatz etwa in Höhe von zehn Prozent vor, der für alle Vermögensarten gelten soll. Zudem sind hohe individuelle Freibeträge sowie großzügige Stundungsregelungen für Betriebsvermögen vorgesehen. Andere bestehende Vergünstigungen und Sonderregelungen sollten abgeschafft werden.
Die bislang geltenden Sonderregelungen in der Erbschaft- und Schenkungsteuer führten zu einer "teils sehr unfaire Steuerlastverteilung", erklärte ifo-Präsident Clemens Fuest. Eine komplette Abschaffung der Sonderregeln für Betriebsvermögen ohne eine Absenkung des Steuersatzes würde aber "existenzbedrohend für viele mittelständische Unternehmen sein und erheblichen wirtschaftlichen Schaden anrichten".
Deshalb sei ein "Flat-Tax"-Modell angebracht. "Durch einen niedrigen und einheitlichen Steuersatz, der für alle Vermögensarten gilt, könnten Unternehmenserben die Steuerlast tragen", erklärte Fuest. Durch die Vereinfachung des Systems würden zudem Bürokratie- und Anpassungskosten für Unternehmen wegfallen.
Für mögliche Engpässe bei nicht liquiden Vermögensarten wie Betriebsvermögen und Immobilien sieht der ifo-Vorschlag eine niedrig verzinsliche Stundung vor. Allgemeine Freibeträge und eine Differenzierung nach Verwandtschaftsgrad wären nach wie vor möglich. Zudem sollten Freibeträge dynamisch angepasst werden, unter Berücksichtigung der Immobilien- und Vermögenspreisinflation.
Die aktuellen Freibeträge seien seit über 15 Jahren unverändert, was angesichts der gestiegenen Immobilienpreise und der Vermögensinflation zu starken Verzerrungen führt, kritisierte das Institut. Die genaue Festlegung der Freibeträge und des Steuersatzes könne politisch so ausgestaltet werden, dass die Einnahmen aus der Erbschaftsteuer im Gesamtvolumen unverändert bleiben.
In einem vergangene Woche von der SPD-Fraktion vorgestellten Konzept zur Reform der Erbschaftsteuer werden Millionen-Freibeträge für private Erben und Unternehmen sowie progressive Steuersätze vorgeschlagen. Außer aus der Union wurde auch von Seiten der Wirtschaft Kritik laut.
M.Mendoza--CPN