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Französischer Konzern Lactalis ruft Babynahrung in 16 Ländern zurück
Auch der französische Milchindustriekonzern Lactalis muss Babynahrung wegen möglicher Belastung mit einem bakteriellen Gift zurückrufen. Bestimmte Chargen des Produkts könnten das Toxin Cereulid enthalten, teilte Lactalis am Mittwoch mit. Das Gift verursacht Übelkeit und Erbrechen, in seltenen Fällen auch lebensbedrohliche Vergiftungen. Lactalis rief Produkte in insgesamt 16 Ländern zurück.
Das Cereulid kann laut Lactalis in einer Zutat eines Zulieferers stecken. Den Namen dieses Zulieferers wollte das Unternehmen nicht nennen. Die Zutat werde von einem europäischen Großhändler vertrieben.
Mehrere Lebensmittelkonzerne mussten in den vergangenen Wochen bereits Babynahrung wegen möglicher Belastung mit Cereulid zurückrufen - Nestlé Anfang Januar in etwa 60 Ländern, darunter in Deutschland. Der Frankreich-Chef von Nestlé, Philipp Navratil, hatte sich Mitte Januar entschuldigt, nachdem die Verbraucherorganisation Foodwatch dem Unternehmen vorgeworfen hatte, es habe zu spät reagiert.
Auch der europäische Konzern Danone ist betroffen: Die Behörden in Singapur hatten am Wochenende Babynahrung der Marke Dumex von Danone zurückgerufen - laut Danone handelt es sich um "einige Paletten". Der Aktienkurs an der Börse in Paris fiel am Mittwoch zeitweise um mehr als fünf Prozent.
Foodwatch Frankreich kündigte am Mittwoch eine Klage gegen Unbekannt an. Damit wolle Foodwatch "Licht ins Dunkel" dieser Fälle bringen. Es sei bereits fast zwei Monate her, dass die mögliche Belastung von Säuglingsnahrung mit Cereulid bekannt geworden sei. Foodwatch kritisierte erneut Nestlé - der Konzern habe seit Dezember "tröpfchenweise" Produkte zurückgerufen, in einigen Ländern auch "stille" Rückrufe, ohne die Verbraucher zu informieren.
Laut Foodwatch stammt der Zulieferer von Nestlé, der die Zutat Arachidonsäure liefere, aus China. Weltweit gibt es demnach nur sehr wenige Lieferanten für diese Substanz, eine Fettsäure, die in tierischen Produkten vorkommt, aber auch aus Linolsäure hergestellt werden kann.
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung wird das Toxin Cereulid von bestimmten Bakterien gebildet. Sie können demnach in vielen Lebensmitteln vorkommen und sind bei niedrigen Gehalten unproblematisch. Komme es allerdings zum Auskeimen der Sporen und zur Vermehrung der Bakterien, sei die Bildung von Cereulid möglich, erklärte das Institut. Voraussetzung dafür seien geeignete Bedingungen im Lebensmittel vor allem hinsichtlich des Feuchtigkeitsgehaltes, des pH-Wertes, des Salzgehaltes, der verfügbaren Nährstoffe, vorhandener Konkurrenzkeime und der Lagertemperatur.
P.Kolisnyk--CPN