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Großbritannien: Knappes Votum gegen erste Gewerkschaftsvertretung bei Amazon
Angestellte des US-Versandhändlers Amazon werden in Großbritannien weiterhin nicht gewerkschaftlich vertreten sein. In einer äußerst knappen Abstimmung entschieden sich die rund 2600 Beschäftigten eines Amazon-Zentrums in Coventry gegen diesen Schritt. Nach dem am Mittwoch veröffentlichten Ergebnis wurde die nötige Mehrheit mit 49,5 Prozent knapp verfehlt. Die Gewerkschaft hinter der Initiative, GMB, warf dem US-Konzern unlautere Maßnahmen vor und kündigte rechtliche Schritte an.
Amazon begrüßte das Abstimmungsergebnis und erklärte, den Dialog mit den Mitarbeitern in Coventry unter Ausschluss der Gewerkschaften fortzusetzen. "Bei Amazon legen wir großen Wert darauf, direkt mit unseren Mitarbeitern in Kontakt zu treten und tägliche Gespräche mit ihnen zu führen", sagte ein Sprecher. Das Unternehmen arbeite "hart" daran, auf Feedback aus der Belegschaft zu reagieren.
Amazon beschäftigt in Großbritannien rund 75.000 Menschen. Versuche von Gewerkschaften, an einzelnen Standorten die gewerkschaftliche Vertretung durchzusetzen, um gemeinschaftlich über Löhne und Arbeitsbedingungen verhandeln zu können, waren wiederholt gescheitert.
Die Gewerkschaft GMB warf Amazon gesetzeswidriges Verhalten vor. "Den Arbeitnehmern wurde gesagt, dass sie in diesem Jahr keine Lohnerhöhung erhalten und sogar noch mehr Leistungen einbüßen, wenn sie für die Anerkennung der Gewerkschaft stimmen", erklärte GMB-Cheforganisator Stuart Richards. "Amazon sieht sich nun einer rechtlichen Anfechtung gegenüber, während das von den Arbeitnehmern in Coventry und im gesamten Vereinigten Königreich entfachte Feuer weiter brennt."
X.Cheung--CPN