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Ermittlungen wegen Entführung von Block-Kindern auch gegen Firmengründer
Im Fall der der Hamburger Steakhauskettenerbin Christina Block, die mutmaßlich ihre beiden Kinder entführte, wird inzwischen auch gegen ihren Vater, den Unternehmensgründer Eugen Block, ermittelt. "Es besteht der Verdacht, dass E. und C. Block die Kindesentziehung organisiert und mithilfe weiterer Beschuldigter durchgeführt haben", teilte die Hamburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Am Donnerstag fanden demnach erneut umfangreiche Durchsuchungen auch an Firmenadressen statt.
Laut Staatsanwaltschaft wurden bei dem Großeinsatz unter anderem Räume in dem zur Block-Firmengruppe gehörenden Hotel "Grand Elysee" sowie Wohn-, Büro- und Geschäftsräume des "als Beschuldigten erfassten E. Block" durchsucht. Auch "seine Person" und ihm gehörende Autos seien betroffen gewesen. "Die Maßnahme diente der Auffindung von Beweismitteln", hieß es.
Hintergrund der Kindesentführung ist ein Sorgerechtsstreit zwischen Christina Block, einer Tochter des Firmengründers Eugen Block, und ihrem früheren Lebensgefährten. Der Konflikt wird bereits seit längerem vor Gerichten ausgetragen. Zwei Kinder der Unternehmenserbin wurden in der Silvesternacht von Unbekannten ihrem in Dänemark lebenden Vater entrissen und tauchten dann später bei der Mutter in Hamburg unversehrt wieder auf.
Polizei und Staatsanwaltschaft in der Hansestadt ermitteln deshalb schon seit Januar wegen des Verdachts der Entziehung Minderjähriger gegen die Mutter und weitere Verdächtige. Nun kam mit dem Beschuldigten Eugen Block auch der Großvater der Kinder dazu. Es gab in dem Fall bereits mehrfach Durchsuchungen, zuletzt im März. Auch dabei waren schon Räumlichkeiten im Hotel "Grand Elysee" im Stadtteil Harvestehude betroffen, darüber hinaus auch Geschäftsräume eines zur Block-Gruppe gehörenden IT-Dienstleisters.
Parallel zu den neuerlichen Durchsuchungen in der Hansestadt suchte die Hamburger Polizei nach einem mutmaßlich bei der Entführung der Kinder genutzten Wohnmobil mit Pforzheimer Kennzeichen. Dem unter anderem von der Polizei in der baden-württembergischen Stadt veröffentlichten Aufruf zufolge wurde das Auto in Wurmberg in der Nähe von Pforzheim zugelassen. Die Hamburger Beamten baten demnach um Hinweise etwa zu dessen Verbleib.
Am Hamburger Landgericht könnte es demnächst zudem zu einem Prozess gegen den ehemaligen Lebensgefährten von Christina Block ebenfalls wegen des Vorwurfs der Kindesentziehung kommen. Dabei geht es um einen Vorfall aus 2021, bei dem er die Kinder nach einem Besuchswochenende nicht zu der Mutter zurückgebracht haben soll. Das Amtsgericht Hamburg lehnte eine Prozesseröffnung zunächst ab. Diesen Beschluss hob das Landgericht vor etwa einem Monat aber auf. Es will das Strafverfahren selbst übernehmen.
Eugen Block gründete eine nach ihm benannte Unternehmensgruppe mit 2700 Mitarbeitern, zu der unter anderem auch die Restaurantketten "Block House" und "Jim Block" gehören. Block hat drei Kinder, eines davon ist Christina Block. Die Kinder sind Medienberichten zufolge zwar an der Unternehmensgruppe beteiligt, nehmen aber keine operativen Aufgaben wahr.
X.Cheung--CPN