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Gesamtmetall-Präsident fordert Debatte über Rückkehr zur Atomkraft
Vor dem Hintergrund hoher Energiepreise in Deutschland hat der Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Stefan Wolf, eine Debatte über die Rückkehr zur Atomkraft gefordert. Er habe "ehrlich gesagt das Vertrauen darin verloren", dass sich das Problem durch erneuerbare Energien so schnell lösen lasse wie es erforderlich wäre, sagte Wolf am Freitag im "Morgenmagazin" des ZDF. "Deshalb treten wir auch klar dafür ein, dass wir noch einmal über Kernenergie nachdenken."
In Deutschland wurden im vergangenen April die letzten drei Atomkraftwerke abgeschaltet und damit der Atomausstieg vollzogen. Angesichts hoher Energiepreise wird jedoch über eine mögliche Kehrtwende debattiert. Auch die CDU etwa macht sich für eine weitere Nutzung der Atomenergie stark.
Wolf kritisierte zugleich die Politik der Ampel-Koalition. Die deutsche Wirtschaft befinde sich in einer Rezession, die sich seiner Meinung nach auch im zweiten Halbjahr 2024 fortsetzen werde, sagte er. Allgemein litten Firmen unter "schlechten Rahmenbedingungen". Neben hohen Energiepreisen zählten dazu Bürokratie sowie zu hohe Unternehmensteuern. Außerdem seien Änderungen in der Bildungspolitik nötig, um mehr qualifizierten Nachwuchs zu finden.
"Wir brauchen auf jeden Fall einen Abbau von Bürokratie. Es gibt viel zu viele Vorschriften", kritisierte Wolf. Allein im Bereich der von seinem Verband vertretenen deutschen Metall- und Elektroindustrie koste das die Firmen jährlich 60 Milliarden Euro. Dieses Geld fehle für Investitionen. Mit Blick auf die Gesamtlage der Wirtschaft sei es "mittlerweile fünf nach Zwölf".
P.Schmidt--CPN