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Chinas Exporte brechen ein - Handel mit Russland aber auf neuem Höchststand
Die chinesischen Exporte sind im Mai stark zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der Warenwert in Dollar der Verkäufe der Volksrepublik ins Ausland um 7,5 Prozent, wie der chinesische Zoll am Mittwoch mitteilte. Zugleich erreichte der Handel mit Russland einen neuen Höchststand, die chinesischen Ausfuhren in das Land legten um 75,6 Prozent zu.
Die chinesische Exportwirtschaft hatte im März und April deutlich zugelegt. Doch die drohende Rezession in den USA und in Europa kombiniert mit der hohen Inflation hat die Nachfrage nach chinesischen Produkten einbrechen lassen. Beobachter hatten vor diesem Hintergrund mit einem leichten Rückgang der Exporte gerechnet, nicht jedoch mit einem Minus von 7,5 Prozent.
Im Gegensatz dazu stieg der Handel Chinas mit Russland auf den höchsten Stand seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine. Importe und Exporte zusammen erreichten im Mai den offiziellen Angaben aus Peking zufolge einen Umfang von 20,5 Milliarden Dollar (knapp 19,2 Milliarden Euro). Die Importe aus Russland hatten dabei einen Wert von 11,3 Milliarden Dollar. Dazu, was genau gehandelt wurde, machte der Zoll zunächst keine Angaben.
Im vergangenen Jahr hatte das Handelsvolumen mit Russland nach Angaben des chinesischen Zolls bereits einen Rekordwert von 190 Milliarden Dollar erreicht. Bei einem Treffen im März dieses Jahres vereinbarten Chinas Staatschef Xi Jinping und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin einen Ausbau auf 200 Milliarden Dollar in diesem Jahr. Bereits jetzt ist China Russlands wichtigster Handelspartner.
Wegen der westlichen Sanktionen im Zuge des Ukraine-Kriegs wendet sich Moskau verstärkt - und mit sichtlichem Erfolg - anderen Handelspartnern zu. Die Weltbank hob am Dienstag unter anderem unter Verweis auf den gestiegenen Handel mit China im Energiebereich den Ausblick für die Entwicklung der russischen Konjunktur deutlich an.
Für China auf der anderen Seite ist Russland weitaus weniger bedeutsam. "China ist zum Teil von der Gesundheit der europäischen und amerikanischen Industrie abhängig, die die Montage ihrer Produkte in China vornimmt", erklärte der Finanzanalyst von Convera, Guillaume Dejean. "Doch die hohe Inflation und die steigenden Zinssätze in diesen Regionen haben die Nachfrage ernsthaft beeinträchtigt."
Die Importe nach China sackten den Angaben des Zolls zufolge im Mai ebenfalls ab. Mit 4,5 Prozent fiel das Minus aber kleiner aus als bei den Ausfuhren. Der Exportüberschuss der Volksrepublik reduzierte sich dadurch deutlich von 90,2 Milliarden Dollar im April auf 65,8 Milliarden Dollar.
Die chinesische Wirtschaft hatte im ersten Quartal infolge der Rücknahme der Corona-Beschränkungen beim Wachstum merklich zugelegt. Die Erholung stockt jedoch und verläuft uneinheitlich. Der hoch verschuldete Immobiliensektor des Landes, ein niedriges Verbrauchervertrauen und die weltweite Konjunkturabschwächung belasten die Aussichten.
Ng.A.Adebayo--CPN