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Bauministerin Geywitz lobt bisherige Einsparungen beim Gasverbrauch
Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hat die bisherigen Einsparungen beim Gasverbrauch in Deutschland gelobt, aber weitere Anstrengungen angemahnt. In der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv sprach sie am Montag von einer "großartigen Leistung". Sie pflichtete aber auch dem Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, bei, dass weiterhin eingespart werden müsse.
Die Bundesnetzagentur hatte vergangene Woche moniert, dass aktuell der Gasverbrauch gestiegen und das Einsparziel "erstmals verfehlt" worden sei. Demnach lag der Gasverbrauch in der 48. Kalenderwoche 13 Prozent unter dem Durchschnittsverbrauch der vergangenen vier Jahre, stieg aber im Vergleich zur Vorwoche um 14 Prozent an.
"Wenn das ein Ausreißer bleibt, muss uns das noch nicht beunruhigen", sagte Müller dem "Tagesspiegel" (Montag). "In den nächsten Tagen wird es aber kalt bleiben. Es ist deswegen wichtig, dass wir mit den Sparanstrengungen nicht nachlassen und den ganzen Winter durchhalten."
Derzeit seien die Gasspeicher mit einem Füllstand von 95 Prozent besser gefüllt denn je, sagte er weiter. Zudem sei Deutschland deutlich besser vorbereitet als im Sommer. "Wir bekommen jetzt Gas aus verschiedenen Quellen, wir haben bald drei Terminals für Flüssiggas, aus Norwegen und Holland, über Belgien und auch über Frankreich werden wir gut beliefert." In Niedersachsen soll am Samstag das neue LNG-Terminal in Wilhelmshaven feierlich eingeweiht werden.
Eine längere Kältewelle sei aber dennoch riskant. "Bei Temperaturen von minus zehn Grad schießt der Gasverbrauch in die Höhe", betonte der Behördenchef. "Noch hat der Frost (...) nicht hart zugeschlagen", sagte auch der energiepolitische Sprecher der Unionsfraktion, Andreas Jung.
In den Zeitungen der Funke Mediengruppe forderte er insbesondere einen Aufruf von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD): "Das gebetsmühlenartige scholzsche Selbstlob zur angeblich schon gesicherten Versorgung wiegt in falscher Sicherheit: Wir erwarten von Olaf Scholz Klartext statt weiter so." Geywitz sagte hingegen, sie gehe davon aus, dass der Energiesparaufruf bei den Allermeisten angekommen sei und auch befolgt werde.
Nach Berechnungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben Haushaltskunden und kleinere bis mittlere Gewerbekunden seit September dieses Jahres temperaturbereinigt rund acht Prozent weniger Gas verbraucht. Als Basis für den Referenzwert dienten demnach die täglichen Verbrauchsdaten der Jahre 2017 bis 2021 im Zusammenhang mit den Tagesmitteltemperaturen. Wegen der sehr milden Temperaturen bis in den November wurde von den Kleinkunden laut BDEW insgesamt sogar 18 Prozent weniger Gas verbraucht als in den Vorjahren.
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, sprach von einem "guten Zeichen", das nun alle motivieren sollte, "auch in den kommenden Monaten überall dort Energie einzusparen, wo es eben geht".
M.Davis--CPN